„Musiala muss erst mal an Karl vorbei“

von Redaktion

Hamann über den zu erwartenden Zweikampf von Bayerns Top-Talenten

Lennart Karl traf auch beim 3:1 gegen Sporting. © Huebner/Imago

München – Während Jamal Musiala nur im Reha-Training gegen den Ball treten darf, sorgt aktuell Lennart Karl für die großen Wow-Momente in den Spielen des FC Bayern.

Das Offensiv-Juwel des deutschen Rekordmeisters hat am Dienstagabend auch beim 3:1 gegen Sporting Lissabon getroffen. Der dritte Treffer im dritten Champions-League-Duell in Serie. Zudem wurde der 17-Jährige nach dem Match als Spieler des Spiels ausgezeichnet.

Fans und Experten überschlagen sich mit Lobeshymnen. Sogar Chef-Kritiker Didi Hamann ist von Karl begeistert. „Ich habe so etwas noch nie gesehen, welchen Einfluss er auf eine europäische Top-Mannschaft hat. Wenn Jamal Musiala zurückkommt, muss er erstmal zeigen, dass er an Lennart Karl vorbeikommt“, sagte der frühere Nationalspieler in der Sky-Sendung „Triple – der Hagedorn-Fussballtalk“.

Vor exakt einem Jahr wurde Karl erst von der U17 in die U19 des FC Bayern hochgezogen. In Rekordtempo erspielte er sich im Saisonfinish der Vorjahresspielzeit einen Kaderplatz bei Trainer Vincent Kompany. Im Sommer legte der Verein fest, dass man auf einen teuren externen Backup für Rechtsaußen Michael Olise verzichtet und stattdessen mit Linksfuß Karl in der Offensive plant. Das ging voll auf.

„Es freut einen einfach, wenn so ein junger Spieler in einem Haifischbecken wie München ohne Druck spielt. Natürlich ist man in dem Alter unbeschwert, aber trotzdem musst du das in dem Alter erstmal so machen. Man sieht seine Qualitäten und er soll einfach die Welle reiten, so lange es geht“, sagte Ex-Vorstandsboss Oliver Kahn.

Bislang schoss Karl in dieser Saison bereits fünf Tore in der Bundesliga und in der Champions League. Hinzu kommen technische Gustostückerl. Auch defensiv und in Sachen Laufbereitschaft hat er sich extrem schnell an den Spitzenfußball adaptiert. Wie unsere Zeitung erfuhr, sind die Trainer des deutschen U21-Nationalspielers davon beeindruckt, wie rasch Karl die ihm aufgetragenen Verbesserungsvorschläge umsetzt. Hamann forderte: „Wenn Karl auch nur annähernd so weiterspielt, kann sich die Nationalmannschaft gar nicht erlauben, ihn nicht mit zur WM zu nehmen.“

Muss sich Musiala tatsächlich erst mal hinter Karl anstellen? Schwer vorstellbar. Der Zehner des FC Bayern zog sich bei der Club-WM im Sommer einen Wadenbeinbruch und eine Sprunggelenksluxation zu. Sein Comeback wird für Januar erwartet. Zwar läuft es bisher ohne den 22-Jährigen richtig gut. Ein Musiala in Top-Form ist aber nicht wegzudenken aus der Startelf. Allerdings: Mit Karl haben die Münchner in der Offensive eine weitere Waffe – die sowohl Musiala als auch Olise problemlos vertreten kann.P. KESSLER, M. BONKE

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