Der Kampf bleibt unbelohnt

von Redaktion

In einem begeisternden WM-Finale verlieren die DHB-Frauen gegen Norwegen

Die Besten der Besten: Norwegen feiert sich als verdienter Weltmeister. © Thys/AFP

Wenn Silber wie Gold glänzt: Emily Vogel. © dpa

Die Abwehr war wieder das Prunkstück: Gegen Aimee von Pereira (li.) und Emily Vogel taten sich auch Norwegens Überfliegerinnen schwer. © Gambarini/dpa

Rotterdam – Gold-Traum geplatzt, Silber gewonnen! Deutschlands Handballerinnen haben die Krönung ihres WM-Weihnachtsmärchens trotz eines epischen Kampfes verpasst. Der sensationelle Siegeszug der Mannschaft von Bundestrainer Markus Gaugisch endete am Sonntag im Endspiel-Krimi von Rotterdam trotz einer famosen Leistung durch eine 20:23 (11:11)-Niederlage gegen Olympiasieger Norwegen. Mit dem Gewinn der Silbermedaille feierte das deutsche Team aber den größten Erfolg seit WM-Gold in Oslo vor 32 Jahren.

Bei ihm überwiege die „Enttäuschung. Ich hätte den Spielerinnen den Lohn gegönnt, wir haben alles auf der Platte gelassen“, sagte Gaugisch nach dem Spiel: „Jetzt ist Zeit, traurig zu sein, dann überwiegt der Stolz.“

Die DHB-Auswahl bot dem nun fünfmaligen Champion vor 8500 Zuschauern in der ausverkauften Ahoy Arena einen aufopferungsvollen Fight, sie kämpfte bis zum Umfallen. Am Ende hatte sie gegen die momentan weltbeste Frauenhandballmannschaft aber doch das Nachsehen. Noch bis tief in die Schlussphase schien das „Wunder von Rotterdam“ beim Stand von 17:17 (49.) möglich. Hinten raus hatte Norwegen mit seinen herausragenden Einzelkönnern um Welthandballerin Henny Reistad die besseren Nerven. Emily Vogel, Viola Leuchter und Alina Grijseels waren mit je vier Toren die besten deutschen Werferinnen.

Auch wenn Norwegens Keeperin, die 45 Jahre alte Katrine Lunde, einige Großchancen vereitelte, dominierte Deutschland die Anfangsphase. Die hoch dekorierte norwegische Offensive kam zunächst kaum zum Zug.

Auf der anderen Seite war es immer wieder Emily Vogel, die mit Vollgas in die gegnerische Deckung preschte und nach zwölf Minuten auf 8:6 stellte. In der Folge dominierten die Abwehrreihen das Geschehen. Vor allem das deutsche Team tat sich in der Offensive nun immer schwerer und kam in den 13 Minuten bis zur Pause nur noch auf zwei weitere eigene Treffer. Weil aber auch DHB-Torfrau Katharina Filter jetzt einige Bälle zu fassen bekam, ging es mit einem Remis in die Pause.

Nach einem verschlafenen Wiederbeginn ließ die DHB-Auswahl sich auch von einem zwischenzeitlichen Drei-Tore-Rückstand beim 12:15 (37.) nicht aus dem Konzept bringen. Mit Ruhe und Cleverness, die das Team über das gesamte Turnier auszeichnete, kämpften sich Döll und Co. beim 17:17 (47.) durch Nieke Kühne wieder zum Ausgleich. Es folgte eine packende Schlussphase, in der Filter sich auch bei Siebenmetern als Killerin erwies.

Doch das Happy End blieb trotz eines aufopferungsvollen Kampfes aus. SID

Artikel 1 von 11