Mit wehenden Fahnen will Manuel Baum sein letztes Spiel als Interimstrainer gewinnen. © Agüera/Imago
Augsburg – Ein sentimentales Gedankenspiel zu Weihnachten, ob er nicht vielleicht doch gerne als Trainer des FC Augsburg weitergemacht hätte, erwartet Manuel Baum nicht. An den Festtagen möchte der 46-Jährige lieber den „Kindern zuschauen, wie schön es ist, wenn sie lachen, ihre Geschenke auspacken“.
Nach einem überraschenden Heimsieg gegen Bayer Leverkusen und einer ärgerlichen Niederlage bei Eintracht Frankfurt will Baum zu seinem Abschied vom Aushilfsposten „Fans und Verein“ am Samstag (15.30 Uhr/Sky) selbst noch mit einem Sieg gegen Werder Bremen „beschenken“, wie er sagte. Und selbst noch einmal ein Bundesligaspiel als Trainer am Spielfeldrand „genießen“.
Vor dem dritten und letzten Spiel als Interimscoach nach dem gescheiterten Projekt mit Trainer-Novize Sandro Wagner lässt Baum deshalb die Gedanken an den Rückzug von der großen Fußball-Bühne noch nicht an sich heran. „Ich glaube, alles, was nicht mit dem Spiel zu tun hat, raubt mir irgendwie nur Energie.“ Im neuen Jahr will er sich wieder komplett auf seinen festen Posten als Leiter Entwicklung & Fußballinnovation beim FCA konzentrieren.
Erst einmal hat er gegen die schwächelnden Bremer dieses im Sinn. „Wir wollen sie hier vor unseren eigenen Fans packen und mit drei Punkten mehr sowie einem guten Gefühl in die Pause gehen“, erklärte Baum. Mit einem Sieg würde der FCA mit den Hanseaten nach Punkten gleichziehen und sie in der Tabelle sogar überholen.
Es wäre ein versöhnlicher Jahresausklang für die bayerischen Schwaben. Wie 2024 hätten sie dann 16 Punkte auf dem Konto. Trotzdem wäre das Jahresfazit sicher ein anderes. Denn 2025 endete die Zusammenarbeit mit den Trainern Wagner und dessen Vorgänger Jess Thorup jeweils vorzeitig. Dass Baum wie Ende 2016 vom Interimstrainer zum festen Chefcoach aufsteigt, hatten die Augsburger Verantwortlichen und auch er selbst diesmal ausgeschlossen.
Über den neuen Trainer muss noch spekuliert werden. Festgelegt hatte sich der Verein aber schon frühzeitig, an der „eingeschlagenen Ausrichtung“ festhalten zu wollen, wie es Sportdirektor Benni Weber formuliert hatte. Der FCA möchte auch weiterhin junge Spieler weiterentwickeln und attraktiv spielen lassen.
Dass der Verein einen Rahmen vorgibt, gefällt Baum. Das sei wie auf einer Autobahn, auf der die Leitplanken und Linien Orientierung geben würden. Innerhalb dieses Rahmens gebe es für Spieler, Trainer und Mitarbeiter aber auch noch „eine Autonomie“. Wie eben auf der Autobahn. „Ich entscheide schon selbst, wie schnell ich fahre und ob ich überhole oder nicht“, sagte Baum.DPA