Mit 32 Jahren in Topform: Bayerns 100-Millionen-Euro-Mann Harry Kane. © Simon/Imago
München – Harry Kane reift wie guter Wein. „Ich bin jetzt 32 und manchmal kommt man in ein Alter, in dem die Leute einfach davon ausgehen, dass man langsam langsamer wird und dass es bald zu Ende geht. Aber ich habe das Gefühl, dass ich mich in der Blüte meiner Karriere befinde, wenn ich mir die Zahlen anschaue, die ich bringe, und wie ich mich körperlich fühle“, betont der Superstürmer des FC Bayern.
Im Sommer 2023 wechselte Kane für eine Ablöse von rund 100 Millionen Euro von Tottenham nach München. Eine hohe Summe, mit Blick auf seine Statistiken aber ein Schnäppchen.
In bisher 120 Pflichtspielen für den Rekordmeister traf der Engländer 114 Mal. Alleine in dieser Saison kommt der Engländer nach rund 24 Partien auf 29 Tore. „Das ist mein bester Saisonstart in meiner Karriere in meiner zwölften richtigen Profi-Saison. Das zeigt, dass man sich Jahr für Jahr weiter verbessern kann“, sagt Kane bei Sky. „Wenn man sich die Größen aller Sportarten ansieht, dann sind es nicht nur zwei oder drei Spielzeiten, sondern fünf bis 15 Spielzeiten, in denen sie konstant auf einem Niveau spielen, unabhängig von der Situation oder der Mannschaft. Am stolzesten bin ich darauf, dass ich das über einen langen Zeitraum geschafft habe.“ Seit der Saison 2014/15 erzielte Kane für Tottenham nie weniger als 17 Tore in der Premier League, dreimal wurde er Torschützenkönig (2016, 2017, 2021).
Der Weltklasse-Angreifer erfreut sich aktuell aber auch noch über andere Werte. „Selbst wenn ich mir die Laufdaten dieser Saison anschaue, laufe ich so viel wie nie zuvor. Ich habe das Gefühl, dass ich noch viele Jahre spielen könnte. Und ich habe das Gefühl, dass ich gerade in der Blütezeit dessen bin, was ich tun möchte. Hoffentlich hält das noch ein paar Jahre an“, so Kane, der in dieser Saison vorne wie hinten für sehenswerte Aktionen sorgt.
„Es gab in diesem Jahr Spiele, in denen ich viel tiefer stand als üblich. Wenn man sieht, wie wir ohne Ball spielen und uns zurückfallen lassen, könnte man mich fast als defensiven Mittelfeldspieler oder Innenverteidiger agieren sehen“, erklärt Kane. „Defensiv habe ich das Gefühl, dass ich dem Team mit Tacklings, Blocken und Klärungsaktionen sehr helfen kann.“ Für seine Grätschen in der eigenen Hälfte wie beispielsweise im Oktober beim 2:1 gegen Dortmund bekommt er in der Allianz Arena regelmäßig Szenen-Applaus.
Und in der Offensive übernimmt Kane nicht nur das Toreschießen, sondern auch häufig die Spielmacher-Rolle in Abwesenheit des seit Sommer verletzten Zehners Jamal Musiala (Wadenbeinbruch und Sprunggelenksluxation). „Ich genieße die Freiheit, etwas mehr am Ball und nicht nur die Nummer neun zu sein. Ich kann nicht sagen, was genau meine Position ist, da es sich wahrscheinlich um eine neue Hybridrolle handelt, aber ich liebe sie“, meint Kane, der unter Trainer Vincent Kompany so richtig aufblüht.P. KESSLER, M. BONKE, V. TSCHIRPKE