Die Veröffentlichung kam für die Basketballer des FC Bayern natürlich auch noch zur Unzeit. Mitten hinein in die sportliche Krise, am Tag nach dem fürchterlichen 74:76 bei Schlusslicht Villeurbanne, kam eine Tabelle mit den Wirtschaftsdaten der 18 Bundesligisten. Das mag gut gemeint gewesen sein, als ein Zeichen, wie sehr sich die BBL weiterentwickelt hat. Doch die wahre Botschaft, da hat Bayerns Gerade-Noch-Chef Marko Pesic in seinem Linkedin-Statement sicher einen Punkt, ist eine andere: Diese Bayern sind der nationalen Konkurrenz himmelweit enteilt und international doch so chancenlos. Die bekannten Ressentiments eben gegen einen Club, ohne dessen Zutun in den vergangenen 15 Jahren auch die Rest-BBL ohne Zweifel weit von dem entfernt wäre, was sie heute ist.
Und das ist in dieser Form nicht viel mehr als ein weiteres Beispiel für die seltsame Kommunikationsstrategie der Riege um Geschäftsführer Stefan Holz, die erst kürzlich in der Posse rund um das Pokal-Finalturnier gipfelte, das Holz zeitnah zum „Superbowl des deutschen Basketballs“ aufbauen will. Erst sah man Düsseldorf als goldrichtige Bühne. Nur wenige später bekamen die Clubvertreter kalte Füße. Nun will man das Top-4 doch lieber auf der schillernderen Bühne des SAP Garden in München sehen. Auch bei diesem merkwürdigen Prozess soll mangelhafte Kommunikation zwischen der Kölner Ligaverwaltung und den Vereinen eine unheilvolle Rolle gespielt haben. Oder, wie es BBL-Präsident Alexander Reil, als Chef der Riesen Ludwigsburg eher ein Mann der Basketball-Praxis, vorsichtig umschrieb: „Es ist sicher nicht alles glücklich gelaufen.“
Man muss sich fast schon in Erinnerung rufen: Es geht um die Liga, deren Führung seit Jahren davon spricht, organisatorisch und sportlich schon bald die Nummer eins in Europa sein zu wollen – die größte Nummer hinter dem alles überstrahlenden Fußball sowieso. Es geht um die Liga des Welt- und Europameisters. Es wird Zeit, dass sich die BBL mal wieder an diesen hohen Anspruch erinnert.
Die Veröffentlichung von kaum vergleichbaren Wirtschaftsdaten wird sie den Zielen sicherlich nicht näher bringen.