Schalke will hoch

von Redaktion

Baumann hat den Fast-Absteiger aufpoliert

Symbolbild auf Schalke: Timo Becker schreit seine Freude hinaus. © Hirnschal/Imago

Gelsenkirchen – Frank Baumann hat den Widerstand aufgegeben. „Ich würde nicht widersprechen, wenn wir als Aufstiegskandidat betitelt werden“, sagt der Sportvorstand von Schalke 04, der aus dem Beinahe-Absteiger in einem halben Jahr den Herbstmeister der zweiten Liga gemacht hat. Aber, da bleibt sich der Ex-Nationalspieler treu, „es gibt eben auch noch sieben, acht andere“.

Allerdings steht niemand so gut da wie der Traditionsverein, dem im Frühjahr noch der Absturz in die Drittklassigkeit drohte. Mit einem Sieg am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) zum Hinrundenabschluss in Braunschweig könnten die Königsblauen auf 40 Punkte kommen.

Aus dem verunsicherten Team, das von den eigenen Fans verhöhnt wurde, ist mit der besten Defensive der Vereinsgeschichte beinahe unschlagbar geworden ist. „Es ist kein Zufall, dass wir oben sind“, sagt Baumann. Das Erfolgsrezept? Miron Muslic, für den der hochverschuldete Traditionsklub sogar eine Ablösesumme zahlte, macht bisher den Unterschied. „Er hat vom ersten Tag an keine Ausreden gesucht, sehr viel eingefordert, einen sehr klaren Plan mit der Mannschaft besprochen“, lobt Baumann. Das Ergebnis: Sein Team spielt nicht den schönsten, aber den effektivsten Fußball der Liga.

Die zuletzt so enttäuschten Fans sehen „bedingungslosen Einsatz, absoluten Willen“ – und das zerrüttete Verhältnis ist so gut wie lange nicht mehr. Man wolle „ruhig, sachlich und nüchtern“ bleiben, auch wenn die Fans „euphorisch“ seien. Ob er sich manchmal wünsche, dass jetzt schon Mai wäre, wird Baumann gefragt. Er sei „im Hier und Jetzt“, antwortet er – und außerdem „ist es für den Mai wirklich noch zu kalt“.SID

Artikel 1 von 11