„Wir verstehen, dass es ein Business ist“

von Redaktion

Weihnachten ist die Hochsaison des Eishockeys – der EHC fühlt sich bereit für fünf Spiele im Jahres-Endspurt

Dann bis zum zweiten Feiertag: Das EHC-Team hat vor Heiligabend noch Reisen nach Bremerhaven und Ingolstadt vor sich. © Feiner/Imago

München – „Frohe Weihnachten“ stand auf dem Transparent, das die Spieler des EHC Red Bull München nach dem 3:1-Sieg gegen die Schwenninger Wild Wings vor der Fankurve entfalteten. Ja, das war schon das letzte Heimspiel vor dem Fest – und es trifft auch die Stimmung: Die Mannschaft fühlt sich derzeit beschert. „Es gibt nichts auszusetzen momentan, weder auf dem Eis noch abseits“, sagt Patrick Hager, der Kapitän. Und er lässt erkennen, guter Dinge zu sein, dass der Lauf noch einige Zeit anhält.

Wobei: Latent spürbar ist sie schon, die Sorge, dass das Programm der nächsten Tage die Erfolgsserie des EHC beschädigen könnte. Denn es hat ihn schon arg getroffen mit Verletzungen. Aktuell fehlen: Mathias Niederberger (Tor), Phillip Sinn (Abwehr), Tobias Rieder, Markus Eisenschmid, Maxi Kastner, Adam Brooks (Angriff). „Fünf Spiele ab jetzt“, rechnet Trainer Oliver David es schnell durch, „bis wir den ersten von ihnen zurückbekommen. Das Management der Eiszeiten wird wichtig sein.“

Mit Vadim Schreiner (20, Sturm) und Moritz Warnecke (18, Verteidigung) hat Trainer David den Kader aufgefüllt. Sie waren 6:25 und 2:32 Minuten im Einsatz, was natürlich verschwindend gering ist im Vergleich zu den Spitzen-Eiszeiten (Ryan Murphy 22:09, Ville Pokka 21:42 und Yasin Ehliz 21:09) – und doch war ihr Mitwirken hilfreich. „Nominell haben wir mit vier Reihen gespielt“, so Patrick Hager, „das ist wichtig für unser System und damit Spieler nicht überbelastet werden und wir weitere Verletzungen haben.“ Läuferisch, so war sein Eindruck, war bei den Spontan-Zugängen aus der Red-Bull-Akademie „kein Unterschied zu den Jungs, die schon in der Liga sind. Sie können hier ihren Fußabdruck setzen“.

Klar, manchmal erfordere die Geschichte des Spiels, das man auf drei Reihen reduziere – das war am Schluss so, als Schwenningen beim Stand von 2:1 für München den Torwart rausnahm. „In so einer Situation verwenden wir nicht jeden“, erklärt Oliver David. Vom vorangegangenen Spiel hatte er gerade mal „ein Abwehrpaar und eine Sturmreihe“ übernehmen können, es mussten neue Formationen gebildet werden. Der Chefcoach selber nahm sich gegen Schwenningen zurück, ließ die Assistenten machen, Max Kaltenhauser, der sich um die Verteidiger kümmerte, Rob Leask um die Stürmer. „Ich habe das Spiel angeschaut und mir viele Notizen gemacht“, sagt David.

„Frohe Weihnachten“ – für die Spieler selbst wird das kein Motto sein. Wie für die Hotellerie in den Alpen gilt: Nun beginnt die Arbeits-Hochsaison. 21., 23., 26., 28., 30. Dezember, 2., 4., 6., 9., 11. Januar sind die nächsten Termine. Manche Teams legen ihre Weihnachtsfeier auf Ende Januar. „Wir Spieler haben schon lange die Hoffnung, dass das etwas entzerrt wird“, verrät Hager, der sich im Sommer beim jährlichen Captains‘ Dinner mit den DEL-Oberen austauscht, „doch wir verstehen auch, dass es ein Business ist, die Stadien am vollsten sind und sich die Leute am zweiten Weihnachtsfeiertag nicht mehr sehen können und raus wollen.“

Er findet, seine Mannschaft hat es schon schlimmer getroffen in den Jahren davor. Gefürchtet war, dass man am Tag vor Heiligabend in Bremerhaven antreten muss. Dieses Spiel hat der EHC am Sonntag, am 23. Dezember spielt er in Ingolstadt, am 26. daheim gegen Frankfurt. Hager: „Wir können uns diesmal nicht beschweren.“GÜNTER KLEIN

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