Die achte Niederlage in Folge war dann also doch zu viel. Die Basketballer des FC Bayern zogen den Schlussstrich. Und so endet also auch das Kapitel Gordon Herbert so, wie seit dem Wiederaufstieg 2011 schon viele Trainerkapitel: unvollendet.
Insgesamt acht Coaches führten in diesen 15 Jahren schon Regie. Als Erfolgsstory mag man Svetislav Pesic sehen, der seine Bayern zum (nationalen) Spitzenteam formte. Auch Andrea Trinchieri, der den FCB gleich zweimal an den Rand des Euroleague-Final4 brachte. Wobei auch diese beiden den Club am Ende eher entnervt verließen. Ansonsten bleibt eine Liste des Scheiterns. Von Trainern, denen der Erfolg fehlte. Und von Trainern, die am komplexen Innenleben eines Vereins zerschellten, den ein kundiger Szenebeobachter nicht ohne Grund einmal als „bauchgesteuerte Unterhaltungsabteilung“ betitelte.
Und langsam, aber sicher stellt sich die Frage: Gibt es ihn überhaupt, den Vincent Kompany des Basketballs? Einen Mann, der für guten Sport steht und auch die typischen Aufgeregtheiten in und um den FC Bayern mit Ruhe moderiert. Die Münchner haben auf ihrer Suche meist ins ganz hohe Regal gegriffen. Holten Bundestrainer wie zuletzt den aktuellen Weltmeister Gordon Herbert. Holten einen einstigen Spieler-Weltstar wie Sasa Djordjevic. Und auch einen internationalen Trainerstar wie Pablo Laso, für den ebenfalls nach nur einem Jahr wieder Schluss war. Geklappt hat wenig. Dem quirligen Spanier bleibt immerhin die Errungenschaft, Bayerns bislang einziger Double-Trainer zu sein.
Wobei auch das ein Zeichen der Entwicklung ist, die die Bayern genommen haben. Nationalen Erfolg will man haben, doch Meisterschaft oder Pokal sind für den deutschen Branchenführer eher ein Leistungskriterium, wenn er sie nicht gewinnt. Worüber man sich definiert, das ist die Euroleague. Man will auf eine Stufe rücken mit Europas Elite wie Real Madrid, Panathinaikos, Monaco & Co.
Das wird auch der neue Coach zu spüren bekommen, den die Münchner vielleicht schon am Dienstag präsentieren wollen. Der immerhin einen Vorteil hat: Tiefer als Platz 19 können die Bayern in den nächsten Wochen kaum sinken.