Hatte den Überblick: Michael Olise. © Imago
Heidenheim – Mit dem letzten Aufgebot trat der FC Bayern die letzte Auswärtsreise des Fußballjahres 2025 zum 1. FC Heidenheim an: Mit Manuel Neuer (Muskelfaserriss), Joshua Kimmich (Sprunggelenksprobleme), Konrad Laimer (Gelbsperre), Aleksandar Pavlovic (Magen-Darm-Infekt), Tom Bischof (Magendarm-Infekt), Sacha Boey (krank), Minjae Kim (Kniebeschwerden) und Nicolas Jackson (Afrikacup) fehlten Trainer Vincent Kompany acht Stars. Davon ließen sich die Münchner Überflieger aber nicht beirren – und siegten bei Minus-Graden souverän mit 4:0 (2:0). Dadurch ist dem deutschen Rekordmeister die vorzeitige „Herbstmeisterschaft“ nicht mehr zu nehmen.
„Es war eine komische Woche und erinnert so ein bisschen an Corona-Zeiten. Zum Glück haben wir noch elf Jungs, die fit sind – und der Trainer ist auch fit“, sagte Coach Kompany vor Anpfiff über die dünne Personaldecke. Die vielen Ausfälle wollten die Bayern nicht als Ausrede zählen lassen – und das war ab der ersten Minute deutlich zu spüren. Das bayerische Star-Ensemble presste die Heidenheimer am eigenen Strafraum fest, was eine zwischenzeitliche Ballbesitzquote von knapp 80 Prozent zur Folge hatte. „Es waren besondere Bedingungen und es war bitterkalt. Und trotzdem haben wir uns vor allem in der ersten Hälfte sehr gut präsentiert. Die Mannschaft hat die Umstände hochkonzentriert, hochfokussiert und hochprofessionell angenommen“, lautete das Fazit von Sportvorstand Max Eberl.
Und so dauerte es gerade einmal eine Viertelstunde, bis der erste Treffer für die Gäste fiel: Michael Olise drehte einen Eckball zum Tor hin an den zweiten Pfosten, wo Jonathan Tah per Kopf auf Josip Stanisic ablegte, der aus einem halben Meter zum 1:0 einnickte. In der 32. Minute erhöhte Vorlagengeber Olise per Abstauber auf 2:0.
Mit diesem komfortablen Vorsprung ging es dann in die Kabine, aus der die Bayern etwas zerfahrener kamen. In Folge dessen kam Heidenheim zu aussichtsreichen Möglichkeiten, doch das eigene Unvermögen im Abschluss und die starken Reflexe von Bayern-Keeper Jonas Urbig verhinderten einen möglichen Anschlusstreffer: Stefan Schimmer traf erst die Latte (56.) und dann den Fuß von Urbig (78.).
Nach diesen guten Chancen für den Gegner waren die Bayern aber wieder hellwach – und schraubten das Ergebnis in die Höhe: Luis Diaz köpfte eine Flanke von Stanisic aus kurzer Distanz in die Maschen und feierte den Treffer mit dem obligatorischen Baby-Jubel: Ball unter den Bauch und am Daumen nuckeln. Der Kolumbianer wird 2026 erneut Vater. „Ich bewundere die Jungs. Sie spielen alle drei Tage und jeder wartet eigentlich darauf, dass du stolperst oder endlich mal verlierst“, sagte Sportchef Eberl.
Für den 4:0-Endstand sorgte dann Harry Kane höchstpersönlich: Der Engländer bekam – mit dem Rücken zum Tor – den Ball von Serge Gnabry in die Füße gespielt, machte seine unnachahmliche Aufdreh-Bewegung und schoss platziert ins rechte untere Eck. Für den Stürmer war es die 100. Torbeteiligung für Bayern – und der perfekte Abschluss des alten Fußballjahres. In die kurze Winterpause nehmen die Münchner satte neun Punkte Vorsprung vor Dortmund mit. M. BONKE, V. TSCHIRPKE