Leverkusener Partycrasher

von Redaktion

Beim Klopp-Besuch: Rückschlag statt Clubrekord für RB Leipzig

Montrell Culbreath traf bei seinem Bundesliga-Debüt.

Hatten am Ende nichts mehr zu lachen: Klopp und Mintzlaff. Petzsche/Imago (3)

Schiri-Frust bei Ole Werner: Der RB-Trainer war vor allem mit einem nicht gegebenen Handelfmeter nicht einverstanden.

Leipzig – Lange Gesichter auf der VIP-Tribüne. Dieses Topspiel gegen Leverkusen war in Leipzig ganz anders geplant: Die Heimserie sollte mit einem Rekord ausgebaut werden, ehe Jürgen Klopp und Oliver Mintzlaff die Profis mit einer Lasershow und Platz zwei in den Weihnachtsurlaub verabschieden.

Doch die ausgedünnte Werkself spielte den Partycrasher und gewann mit 3:1. Es war nach dem 1:3 bei Union der zweite RB-Dämpfer innerhalb von acht Tagen nach einer starken Hinrunde. „Wir wären lieber mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause gegangen. Aber mit der Entwicklung sind wir grundsätzlich einverstanden“, sagte Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer und rang damit um versöhnliche Worte.

Denn die Emotionen kochten gerade in der Schlussphase des Topspiels hoch. Nach einem Handspiel von Robert Andrich forderten die Leipziger einen Strafstoß, ehe praktisch im Gegenstoß der 18-jährige Montrell Culbreath bei seinem Bundesliga-Debüt das 3:1 erzielte. „Eine klare Fehlentscheidung“, meinte RB-Trainer Ole Werner im ZDF-Sportstudio, denn „von Andrich geht die Dynamik aus, der Arm ist über dem Kopf. Für mich fast nicht verhandelbar“. Auch die Kommunikation der Unparteiischen zeige laut Werner, dass man sich nicht einig sei. Die Schiedsrichter begründeten ihm gegenüber ihre Entscheidung, dass Andrich unterlaufen worden sei und die Kontrolle über den Körper verlor.

Der Nationalspieler fühlte sich in dieser Situation fast hilflos: „Was soll ich in der Situation großartig machen? Ich kann meinem Arm in dem Moment ja nicht sagen: Bleib, wenn du hinfällst, einfach unten. Wenn es dafür Elfmeter gibt, dann gute Besserung“, meinte Andrich.

Deutliche Worte fand auch David Raum. „Der Schiri war dem Spiel heute nicht würdig. Das war eine Nummer zu groß für ihn. Das habe ich ihm auch so im Spiel gesagt. Er war völlig überfordert“, kritisierte der RB-Kapitän die Leistung von Benjamin Brand beim TV-Sender Sky.

Einigkeit herrschte dann darüber, dass die Gäste der verdiente Sieger in einem temporeichen, hochklassigen Spiel waren. „Xaver schießt ein tolles Tor und wir waren insgesamt in der ersten halben Stunde sehr gut im Spiel, aber wir haben in der Viertelstunde vor der Halbzeit an Kompaktheit verloren“, meinte Werner.

Dessen Team hatte nach dem Treffer von Xaver Schlager (35.) quasi in vier Minuten wieder alles vergeigt. Erst traf Martin Terrier (40.), dann drehte der Ex-Leipziger Patrik Schick (44.) das Spiel. Nach dem nicht gegebenen Elfmeter in der Nachspielzeit legte U19-Nationalspieler Culbreath bei seinem Bundesliga-Debüt nach.DPA

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