„Hey Leo, hier ist Usain“: Sprint-Legende Bolt wendete sich in einer Videonachricht an Neugebauer. © Schmiegelt/Imago
Im feinen Zwirn: Die Basketballer (links) legten eine Punktladung hin, die 4×100-m-Staffel der Frauen (vorne) zeigten sich gemeinsam mit Schwimmerin Anna Elendt (in blau) farbenfroh. © Imago
Weltmeister und Sportler des Jahres: Leo Neugebauer hat 2025 doppelt abgeräumt. © Britsch/Imago
Baden-Baden – Leo Neugebauer wirkte auf der großen Bühne etwas überrascht. „Das ist ein bisschen ein sensibles Thema für mich“, sagte der deutsche Zehnkampf-Weltmeister bei der Gala der Sportler des Jahres im Kursaal von Baden-Baden. Dann redete der 25-Jährige aber doch ganz offen über das vermeintlich heikle Thema.
Der charismatische Neugebauer hat nach eigener Aussage keine Zeit für Dates. „Ich bin sehr viel am Reisen und hart am Trainieren. Deswegen ist ein bisschen wenig Zeit in meiner Freizeit. Aber irgendwann wird das noch“, sagte Neugebauer, als er von ZDF-Moderatorin Lena Kesting mit dem privaten Thema konfrontiert wurde.
Sensibles Thema
Bei der Pressekonferenz ging der Leichtathlet noch einmal auf die Thematik ein. „Ich mache Posts darüber. Ich rede da gerne drüber“, schilderte Neugebauer – unangenehm sei ihm die Situation bei der Live-Show nicht gewesen. Der Goldgewinner von Tokio setzte sich bei der Sportjournalistenwahl klar vor Schwimmer Florian Wellbrock und Radprofi Florian Lipowitz durch.
Vor Ort in Baden-Baden gratulierte ihm sein Vater, per Videobotschaft meldete sich sogar Sprint-König Usain Bolt. „Hey Leo, hier ist Usain“, sagte der Jamaikaner in dem kurzen Video. „Ich wollte dir einfach zu dieser Auszeichnung gratulieren. Ich weiß, wie hart das ist, was du leistest. Glaub weiter an dich selbst.“
Bei den Frauen siegte Biathletin Franziska Preuß vor Darja Varfolomeev (fünffache Weltmeisterin in der Rhythmischen Sportgymnastik) und Anna Elendt (Schwimm-Weltmeisterin über 100 m Brust). „Es ist wirklich etwas Besonderes“, sagte Preuß, die aus Frankreich zugeschaltet war.
Neugebauer und die Delegation der deutschen Basketball-Nationalmannschaft hingegen feierten ihre Auszeichnungen zum Sportler beziehungsweise zur Mannschaft des Jahres (vor der Hockey-Nationalmannschaft der Männer und der 4×100-m-Staffel der Frauen) ausgelassen auf dem Tanzparkett. Wobei es die Basketball-Profis des FC Bayern erst auf den allerletzten Drücker zur Gala geschafft hatten – zuvor waren Kratzer, Hollatz sowie Johannes Voigtmann, Andreas Obst und Oscar da Silva noch in der Bundesliga bei den Telekom Baskets Bonn im Einsatz gewesen. Ein eigens organisiertes Flugzeug hatte die Spieler innerhalb von 25 Minuten von Köln nach Baden-Baden gebracht. „Das ist ein sehr cooler Preis“, sagte Voigtmann, „das nach 2023 nochmal geschafft zu haben, ist etwas sehr Tolles.“