Wertvoll wie selten

von Redaktion

Patrick Hager erlebt beim EHC Red Bull München einen weiteren Karrierefrühling

Plötzlich Torjäger: Neun mal traf Patrick Hager in dieser Saison bereits ins Schwarze – die Vorjahresausbeute hat er damit bereits verdreifacht. © IMAGO

München – Kurz nach der Schlusssirene wusste Patrick Hager, bei wem er sich zu bedanken hatte. Bei jenem Betreuer des EHC Red Bull München, der seinen Schläger auch für Bremerhaven präpariert hat. Jenes Arbeitsgerät, mit dem der Münchner Kapitän mit zwei blitzsauberen Treffern seinem Team maßgeblich zum 6:3 bei den Pinguins verholfen hat. „Er hat den Schläger zweimal getaped“, feixte Hager, „das muss er jetzt immer machen.“

Weil man gute Dinge natürlich festhalten will. Und es ist ja eines von vielen guten Zeichen beim fünfmaligen Meister. Selten war der 37-Jährige so wertvoll wie in den letzten Wochen. Hager ist nicht nur Schwerstarbeiter bei den Red Bulls. Er ist auch ein Torjäger. Neun Treffer hat er nach dem Bremerhaven-Trip zu Buche stehen. Einen noch, dann hat der Routinier so viele Tore gesammelt wie in den beiden letzten Hauptrunden zusammen (7/3). Hager selbst, der seit wenigen Wochen zum illustren Club der Spieler mit mehr als 1000 Spielen in der DEL gehört, nimmt`s mit einem Lächeln: „Ich beschwere mich nicht.“

Wobei der Anführer der wieder erstarkten Bullen schon so seine Ahnung hat, wie sein neuester Frühling zu bewerten ist. Er spielt in einem Team, in dem die Dinge seit geraumer Zeit deutlich lockerer von der Hand gehen. Die Botschaften von Trainer Oliver David sind angekommen. Das Zusammenspiel wird besser und besser. „Jeder weiß jetzt deutlich besser, was er tun muss“, sagte Hager. Die Folge ist: Der EHC ist das derzeit heißeste Team der DEL. Sieben Spiele in Serie hat man zuletzt gewonnen, selbst Spitzenreiter Ingolstadt, am Dienstag (19.30 Uhr) passenderweise der nächste Münchner Gegner, ist nur noch zwei Pünktchen entfernt.

Dazu kommt allerdings auch, dass die Münchner seit geraumer Zeit immer wieder von Krankheiten oder Verletzungen begleitet sind. So wie auch aktuell, wo David gleich sechs Profis ersetzen muss. Die Folge ist: Hager hat auch in Überzahlsituationen merklich mehr Eiszeit als noch zu Saisonbeginn. „Es ist ganz normal, dass sich dann mehr Chancen ergeben“, sagte er. Aber: „Die Dinger gehen jetzt halt auch rein.“ Alleine fünf seiner neun Tore erzielte er im Powerplay. So wie beim zwischenzeitlichen 2:2 in Bremerhaven, als Hager einen Schuss von Verteidiger Ryan Murphy abfälschte.

Spezielles Derby

Und der Kapitän hätte nichts dagegen, wenn es vergleichbar weitergeht. Vielleicht ja schon in Ingolstadt. Ein Derby, das für Hager doppelt speziell ist. In gleich drei Spielzeiten trug er selbst das Ingolstädter Trikot, wurde mit den Panthern 2014 auch Deutscher Meister. RP

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