Tölzer Scoring-Maschine: Ludwig Nirschl. © Oliver Rabuser
Riessersee: Die Kulisse war gleichermaßen beeindruckend wie ungewöhnlich. 5700 Zuschauer bei einem Heimspiel des Drittletzten der Oberliga Süd. Möglich machte es ein unfassbarer Konvoi der Fans aus Memmingen, die mit knapp 30 Bussen und etlichen Privatfahrern angereist waren. Diese Challenge nahm der personell dezimierte SCR an und lieferte dem Rangzweiten einen harten Kampf um die Punkte. Letztlich erfolglos. Die anfängliche 2:0 Führung mündete spät in eine 2:4-Niederlage. „Das Team hat hervorragend gespielt, gekämpft, geblockt und das System umgesetzt“, lobte Trainer Markus Jocher. Es war nach dem 2:5 in Peiting die zweite Niederlage nach zuvor drei Siegen en bloc. Dennoch erweist sich der SCR unter Jocher deutlich wehrhafter als in den Wochen zuvor. Ob es auch im Klassement demnächst vorwärts geht, werden die Resultate der kommenden vier Partien binnen einer Woche zeigen, von denen drei auswärts, unter anderem in Deggendorf und Selb über die Bühne gehen. OR
Bad Tölz: Die Tölzer Löwen gehen als Oberliga-Dritter ins letzte Spiel 2025 gegen Stuttgart (Di. 19.30 Uhr, Tölz). Und ihr Trainer ist stolz auf die Konstanz, die sein Team an den Tag legt. „Das ist nicht selbstverständlich, jeder Sieg ist hart erarbeitet“, sagt Axel Kammerer. Seine Mannschaft ist nicht erst seit Weihnachten fleißig, als sie letztlich ungefährdete Siege gegen Passau (4:1) und gegen Lindau einfuhr. Vor Heiligabend bezwang Tölz auch Verfolger und DEL 2-Absteiger Selb in deren Halle 2:1. Gerade die Tölzer Paradereihe scheint an den Festtagen reich mit Effizienz beschenkt worden zu sein. Beim 7:2-Heimsieg gegen Lindau war Ludwig Nirschl an sechs der sieben Tore beteiligt. Topscorer Topi Piipponen, bisher eher Punktesammler als Vorbereiter, hat in dieser Saison das Toreschießen verinnerlicht. Führt die Liga als bester Schütze mit 32 Treffern in 30 Spielen an, steuerte in den drei Spielen acht Punkte bei. Und auch sein Landsmann Michael Keränen, der den verletzten Andreé Hult ersetzt, spielt mit cleveren Pässen mit. „Vor der Saison wollten wir in die Top-Sechs“, sagt Kammerer. „Vielleicht ist es an der Zeit, etwas höhere Ziele auszugeben.“ NIC
Peiting: Wie schon in der Vorwoche in Memmingen beim 5:6 fehlte dem EC Peiting beim Deggendorfer SC nur ein Tor, um mit Zählbarem die Heimreise antreten zu können. „Wir hatten wieder die Chance zu punkten“, meinte ECP-Coach Lanny Gare nach der zweiten hauchdünnen Auswärtsniederlage in Folge bei einem Spitzenteam. Bei der 4:5-Niederlage beim Tabellenführer reichte es trotz einer kämpferisch guten Leistung und starker Special Teams nicht ganz zu einer Überraschung.
Erfreulicher verlief davor das Derby gegen den SC Riessersee. Vor großer Kulisse mit über 1500 Fans setzte sich der ECP gegen den Lokalrivalen mit 5:2 durch. „Ich habe viel Videoanalyse über die Riesserseer gemacht und den Jungs einige Schwerpunkte mitgegeben“, verriet Gare sein Erfolgsrezept, zu dem die hundertprozentige Powerplayquote – der ECP traf in beiden Überzahlsituationen – auch ihren Teil beitrug.RH
Erding: Nichts Neues bei den Erding Gladiators. Die leistungsmäßige Berg- und Talfahrt geht unvermindert weiter, und auf der Trainersuche ist man auch noch nicht vorangekommen. Seit Interims-Trainer Thomas Daffner die Mannschaft nach der Entlassung von Dominik Quinlan übernommen hat, gab es abwechselnd Erfolg und Misserfolg. Der 2:4-Niederlage in Peiting folgte einen Tag vor Heiligabend ein sensationelles 5:4 gegen Heilbronn, nach 0:3-Rückstand, danach eine 0:5-Schlappe im Kellerduell beim EV Füssen und zuletzt ein starkes 6:5 nach Verlängerung gegen Bayreuth. „Ich bin stolz auf die Mannschaft“, meinte Daffner, und erklärte, dass er „einige Veränderungen“ vorgenommen habe, vor allem im Powerplay, was sich vor allem gegen Bayreuth bemerkbar machte. „Da haben wir zwei Überzahltore geschossen – und auch eins in Unterzahl“, meinte er. Heute Abend steht die Partie bei den Passau Black Hawks auf dem Programm, und man wird sehen, ob das Auf und Nieder weitergeht. WK