Talente statt Oldie Goretzka

von Redaktion

Mittelfeld-Routinier hat bei Bayern kaum noch eine Perspektive

Externe Option: Nathan De Cat. © JACOBS/Imago

Sonne statt Schnee: Mittelfeldmann Aleksandar Pavlovic. © Instagram

Interner Kandidat: Javier Fernandez. © Hafner/Imago

Leon Goretzka bekam zuletzt nicht viel Einsatzzeit – gegen Heidenheim durft er ran. © Di Rosa/Imago

München – Auf Leon Goretzka ist (noch) Verlass. Sind Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic verletzt oder brauchen eine Pause, kommt der 30-Jährige zum Zug. Jüngstes Beispiel: In Heidenheim (4:0) musste Bayerns Stamm-Mittelfeld im letzten Bundesligaspiel des Jahres passen, Goretzka rückte in die Startelf.

Für diese Ausnahmefälle ist der Routinier sofort da. Allerdings: Ab Sommer hat Goretzka, dessen Vertrag ohnehin ausläuft, beim FC Bayern kaum noch Perspektive. Kimmich, Pavlovic und Mittelfeld-Juwel Tom Bischof stehen in der Rangliste vor ihm. Option Nummer vier fürs Zentrum soll ein Talent sein. Mit Javier Fernandez, David Santos Saiber und Leih-Rückkehrer Noel Aseko (Hannover) gäbe es intern Kandidaten.

Trotzdem sehen sich die Münchner Verantwortlichen auf dem Transfermarkt nach jungem Ersatz für Goretzka um. Nathan De Cat (17) von RSC Anderlecht und Kenneth Eichhorn (16) von Hertha BSC gelten als mögliche Neuzugänge.

Wie unsere Zeitung erfuhr, steht vor allem der deutsche U17-Nationalspieler hoch im Kurs beim FC Bayern. Eichhorn soll in seinem bis 2027 gültigen Vertrag eine Ablösesumme von rund 12,5 Millionen Euro haben. Dem Vernehmen nach seien die Münchner bereit, ein Gesamtpaket (Ablöse, Gehalt, Prämien) von 25 Millionen für Eichhorn auf den Tisch zu legen.

Die Anzeichen verdichten sich jedenfalls, dass Goretzkas Zeit beim FC Bayern dem Ende zugeht. 2018 wechselte der Mittelfeldspieler ablösefrei von Schalke zum deutschen Rekordmeister. Mit den Münchnern wurde er sechsmal Meister und zweimal DFB-Pokalsieger, 2020 folgte der Triumph in der Champions League.

Zwar ist Goretzka für Trainer Vincent Kompany im ausgedünnten Kader noch immer wichtig. Er ist taktisch diszipliniert, stark im Zweikampf und bei langen Bällen des Gegners. Doch inzwischen fehlt ihm die Aktivität, die ihn einst ausgezeichnet hat.

Sportvorstand Max Eberl wollte Goretzka bereits im vergangenen Sommer verkaufen. Doch der Spieler glaubte an seine Chance und kämpfte sich vorbildhaft beim FC Bayern wieder zurück.

Nun soll er sich nach Alternativen umsehen. Medienberichten zufolge gelten Atlético Madrid, Tottenham oder Fenerbahce Istanbul mit Ex-Schalke-Coach Domenico Tedesco als mögliche Abnehmer.PHILIPP KESSLER

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