KOMMENTAR

Weltspitze? Leider noch weit entfernt!

von Redaktion

Deutsche bei der Darts-WM

Diese Vorlage konnte sich Michael van Gerwen nicht entgehen lassen. Der niederländische Darts-Superstar liebt und lebt die Rivalität zum Nachbarland Deutschland. Nachdem die Nummer 3 der Welt am Sonntagabend mit Arno Merk auch den letzten der acht deutschen WM-Teilnehmer aus dem Turnier geworfen hatte, urteilte er: „Ein Land wie Deutschland sollte mehr Spieler in der absoluten Spitzenklasse haben. Sie sollten mehr ans Übungsboard gehen.“ Zwar darf bezweifelt werden, dass Martin Schindler, Gabriel Clemens und Co. zu wenig trainieren. Doch im Kern seiner Aussage hat van Gerwen leider recht. Wieder einmal müssen die Deutschen zuschauen, wenn es im Alexandra Palace um die Wurst geht. Hängen also dunkle Wolken über Darts-Deutschland? Klares Nein! Zwölf deutsche Spieler mit einer Tourcard, acht deutsche WM-Teilnehmer. Das Jahr 2025 schrieb Rekordzahlen. Der deutsche Darts-Verband konnte im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um 59,5 Prozent verzeichnen – da kann kein anderer deutscher Sportverband mithalten. Und mit Niko Springer und Schindler – als erster Deutscher jemals unter den besten 16 Spielern der Weltrangliste – gewannen gleich zwei Deutsche ein Turnier auf der European Tour. Doch wie es nun mal so ist im Leben: Mit der größer werdenden Popularität steigen auch die Ansprüche. Deshalb muss nach diesen Tagen von London festgehalten werden: Eine Darts-WM ohne deutschen Achtelfinalisten ist (mittlerweile) eine Enttäuschung! Weder Springer (Erstrunden-Aus gegen Underdog Joe Comito) noch Schindler (0:4-Debakel gegen Ryan Searle) waren dem Druck im Mekka des Darts gewachsen. Immer wieder ist bei den deutschen Teilnehmern zu lesen, der mediale Druck rund um die WM würde sie belasten. „Willkommen in meiner Welt“, erklärte van Gerwen dazu grinsend. Die Grundlagen in Darts-Deutschland sind gelegt, nun müssen Schindler und Co. den nächsten Schritt gehen, auch bei den Major-Turnieren tiefe Runs hinlegen. „Nach Weihnachten dabei sein“, sprich in der 3. Runde mitspielen, war stets das große Ziel. Ein Ziel, das nach oben korrigiert werden muss, will man im Konzert der Großen mitmischen.

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