Wider die Gesetze der Mathematik

von Redaktion

Der EHC München hat trotz Personalproblemen die DEL-Spitze in Reichweite

Auch in Dresden durfte gejubelt werden: 5:2 gewann der EHC trotz „kurzer Bank“. © Red Bull/City-Press

München – Zunächst war es Mannheim. Dann Straubing. Gefolgt von Ingolstadt. Schließlich und derzeit Köln. Die Spitzenposition in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) wurde in dieser Saison bereits von vier Clubs besetzt. Frage: Wird noch ein fünfter dran sein während der verbleibenden 19 Spieltage der Hauptrunde? Einer, der noch nicht ganz oben stand in der Saison 2025/26, hat Platz eins zumindest wieder in Reichweite: Der EHC Red Bull München ist zwar Vierter, aber von den Kölner Haien auch nur vier Punkte entfernt. Es ist ein ungewöhnliches Tabellenbild: Zwischen Erstem und Fünftem (Straubing) liegen nur sechs Punkte, so offen war die Meisterschaft in der „regular season“ lange nicht. Vorige Saison hatten sich Berlin und Ingolstadt weit abgesetzt.

Im Eishockey wird sehr auf die Formtabelle geachtet, die die vergangenen fünf Spiele bilanziert. Und sie sieht die Top Fünf des gesamten Saisonverlaufs auch im Moment vorne. Köln gelangen fünf Siege (einer nach Verlängerung), München und Straubing vier, Ingolstadt und Mannheim drei.

Wider die Gesetze der Mathematik ist eigentlich der Lauf des EHC München. Zwar ist die Mannschaft im System von Trainer Oliver David angekommen, das darauf basiert, „dass jeder da ist, wo er sein muss“, so Kapitän Patrick Hager, doch für das Funktionieren ist hoher Arbeitseinsatz erforderlich, und aktuell hat der EHC wenige Schultern, auf die er ihn verteilen kann. Am Sonntag kam in Dresden zu den sechs bekannten Ausfällen noch ein siebter: Gabriel Fontaine verletzte sich beim Aufwärmen. Dem EHC blieben zehn Stürmer, von denen einer Nachwuchsmann Vadim Schreiner war, der nur achtmal aufs Eis durfte, und inklusive des 18-jährigen Moritz Warnecke sieben Verteidiger. De facto spielte der EHC mit drei Reihen. Der Fachbegriff, wenn Plätze im Kader frei bleiben: Kurze Bank.

Man kann mit ihr phasenweise jedoch erfolgreich sein. Manche Spieler verkraften mehr Eiszeit gut, freuen sich, wenn sie größere Rollen einnehmen. Sieben Münchner hatten in Dresden mehr als zwanzig Minuten, Hager, Veit Oswald und Philipp Krening dürfen nun auch Powerplay spielen – was in den ersten Saisonwochen überwiegend Sache der Kontingentspieler war.

Im dichten Spielrhythmus zwischen den Jahren kann in dieser personellen Konstellation allerdings auch mal die Energie fehlen – zu besichtigen bei der überraschenden 1:3-Heimniederlage gegen Frankfurt. Zur letzten Partie des Jahres kommt heute (19.30 Uhr) Augsburg in den SAP Garden. Mit vollem Kader.GÜNTER KLEIN

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