Wichtige Stütze: Freundin und Mitspielerin Natalia Padilla.
Support von den Rängen: Auch die Fans vergessen ihre Lena nicht und muntern sie mit Plakaten auf. © IMAGO
Und noch eine Trostspenderin: Hündin Skyla. © Insta (2)
Lena im Pech: Sieben Wochen nach ihrem Comeback der nächste Kreuzbandriss – im selben Knie. © IMAGO
München – Schlagartig wird es mucksmäuschenstill am Bayern Campus, als Lena Oberdorf auf dem Rasen liegen bleibt. Ausgerechnet Oberdorf. Ihr Griff geht ans rechte Knie, dann hält sie sich den Arm vor das schmerzverzerrte Gesicht – tags darauf ist die schlimmste Befürchtung Gewissheit: Kreuzbandriss. Lena Oberdorf muss schon wieder durch diese „Hölle“, die sie doch gerade erst hinter sich gelassen hatte.
Der verhängnisvolle Zweikampf am 19. Oktober im Punktspiel gegen den 1. FC Köln ist ein schwerer Schock für die 24-Jährige, aber auch für ihren Verein FC Bayern, das Nationalteam und die Fans. Nur 50 Tage dauerte das Comeback der Mittelfeldspielerin, für das sie nach ihrem ersten Kreuz- und Innenbandriss im selben Knie mehr als ein Jahr geschuftet hatte.
Seither hat Oberdorf sich in der Öffentlichkeit verständlicherweise rar gemacht, Interviews will sie erst im neuen Jahr wieder geben. Auch auf ihrem Instagram-Account ist es ruhiger geworden, zumeist spielt jetzt ihre niedliche Hündin Skyla die Hauptrolle.
„Zu Beginn war es nicht einfach für ‚Obi‘, es war ein brutaler Rückschlag für sie“, sagt FCB-Direktorin Bianca Rech. Der Verein versuche, „sie auf diesem Weg sehr zu unterstützen. Ich würde sagen, dass es ihr gut geht. Sie ist schon wieder sehr konzentriert, die Reha verläuft positiv.“
Auch Cheftrainer José Barcala steht in Kontakt mit Oberdorf, ihm imponiert, wie seine Spielerin die schwierige Situation verkraftet. „Sie macht schnellere Fortschritte. Sie ist guter Dinge“, berichtete der Spanier, „wirklich gut“ gehe Oberdorf mit der „sehr harten“ Verletzung um. Und das sei alles andere als selbstverständlich.
„Es war die Hölle“, so hatte Deutschlands teuerste Fußballerin die schwere Reha-Zeit zusammengefasst. Als die endlich überstanden waren, keimte Hoffnung auf – doch der Sommer wurde noch einmal hart: Die EM in der Schweiz, ihr großes Ziel, kam wegen fehlender Spielpraxis noch zu früh. Den Halbfinaleinzug des DFB-Teams verfolgte sie als Fan.
Besonders bitter: Ihr erstes Länderspiel nach über 15 Monaten sollte Oberdorf wenige Tage nach dem Köln-Spiel absolvieren. Christian Wück hatte die Hoffnungsträgerin für das Halbfinale der Nations League gegen Frankreich nominiert. „Ein wichtiger Faktor“, sagte der Bundestrainer damals voller Vorfreude, könne Oberdorf auf Sicht werden.
Nun wird es noch Monate dauern, bis diese wie Seifenblasen zerplatzten Pläne endlich Realität werden können. Doch einen konkreten Zeitkorridor für Oberdorfs Rückkehr wollen die Bayern angesichts der Vorgeschichte nicht festlegen.
„Auf dem Weg zum Comeback nach einem zweiten Kreuzbandriss im selben Knie spielt auch der Kopf mit“, betonte Rech. Über konkrete Zeitpläne werde noch nicht gesprochen. Die Nähe zur Mannschaft suchte Oberdorf bereits in Leverkusen: Beim Jahresabschluss der Bayern (3:0) saß sie eine Reihe hinter ihren Kolleginnen und ließ sich eine Bratwurst schmecken.SID