Mehr Einfluss für die Mitglieder!

von Redaktion

Chef von Sponsor „die Bayerische“: Das wünscht sich Martin Gräfer für die Löwen-Zukunft

Bleibt optimistisch: Martin Gräfer. © sampics

München – Als Martin Gräfer unsere Zeitung vor wenigen Wochen in den Räumlichkeiten der Bayerischen empfing, nahm sich der 56-Jährige viel Zeit. Immerhin gibt es auch viele Themen, die den Vorsitzenden des treuen Löwen-Hauptsponsors (seit 2016 mit an Bord) umtreiben.

Der passionierte Stadiongänger interessiert sich vor allem für die zukünftige Ausrichtung des TSV 1860. Gräfer und die Bayerische wollen Fortschritte sehen, zahlen gutes Geld für die Werbung auf der Brust der Sechzger. Die Grundvoraussetzungen für einen Löwen-Angriff sieht Gräfer gegeben: „Der Verein hat eine gute Ausgangsposition und die Substanz des Vereins ist noch immer groß. Wir haben ein kommunikatives Präsidium, mit dem man es gerne zu tun hat.“

Gräfer hofft darauf, dass der Verein seine teils verkrusteten Strukturen öffnet und zukunftsorientiert denkt. Ein wichtiger Schritt dahin: hybride Mitgliederversammlungen. Bislang gibt es bei den Löwen reine Präsenzveranstaltungen. Die Änderung hin zu hybriden Versammlungen sei laut Gräfer mittlerweile auch ohne Satzungsänderung möglich, sofern das Präsidium diesen Vorgang in die Wege leitet. Die Vorteile lägen für den Hauptsponsor-Vorstand auf der Hand: „Ich finde es eine sehr gute Idee, die Hürden so abzubauen, dass möglichst vielen Mitgliedern eine Teilhabe möglich ist. Es gibt sehr viele Traditionsvereine, die diesen Weg gehen. Wieso dagegen wehren, wenn es doch die Chance gibt, möglichst vielen Mitgliedern diese Möglichkeit zu bieten?“

Gräfer unterstreicht seinen Wunsch mit Zahlen: „Wenn von 27 000 Mitgliedern nur rund 500 abstimmen, dann sind das keine zwei Prozent. Also stimmen 26.500 Leute nicht ab. Sind die alle desinteressiert? Das glaube ich nicht. Mit einer Hybridversammlung glaube ich an eine Wahlbeteiligung von bis zu 40 Prozent. Dem Präsidium Mang habe Gräfer dementsprechende Änderungen bereits vorgeschlagen: „Es ist aktuell kein Kernthema für die Zeitphase des Präsidiums, das verstehe ich. Aber die Zeit vergeht so wahnsinnig schnell und wenn die Leute dafür stimmen (in einer Mitgliederbefragung; Red.), könnte das Präsidium die rechtlichen Rahmenbedingungen prüfen.“

Wie geht es generell weiter zwischen 1860 und der Bayerischen? Der Sponsoringvertrag mit dem Unternehmen aus Neuperlach läuft noch bis 2027. Immer wieder hatte es Gerüchte gegeben, die Versicherung könnte sich auch für eine Rolle als Mitgesellschafter interessieren. Nur zur Erinnerung: Hasan Ismaik möchte seine Anteile verkaufen. Also, wie schaut`s aus, Herr Gräfer? „Wenn es eine nachhaltige Strategie und interessierte Gesellschafter aus der Region gibt, wäre das eine Option, über die wir nachdenken würden. Das Match ist einfach super zwischen uns und dem TSV 1860.“ Bedeutet: Alleine nein, mit verlässlichen Partnern möglicherweise. Gespräche in diese Richtung hätten in der Vergangenheit bereits stattgefunden – ergebnislos.

Gräfer und Co. betonen aber auch: „Wir können nur in Strukturen investieren, die transparent und stabil sind. Konkret heißt das: Wir würden nicht darüber nachdenken, uns zu beteiligen, wenn in der Ausrichtung des Vereins Instrumente wie die hybride Mitgliederversammlung weiterhin nicht zugelassen sind. Wer Investoren will, muss auch moderne Mitbestimmung zulassen.“MBU

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