ZUM TAGE

Die FIS muss Konsequenz zeigen

von Redaktion

Norwegens Tournee-Betrügereien

Es war am Ende eigentlich nur konsequent, dass an Silvester noch einmal die Norweger die Gemüter in der Springerszene in Wallung brachten. Die Skandinavier hatten früh im Jahr, bei der WM in Trondheim, im eigenen Land, mit ziemlich hinterlistigen Manipulationen für Aufsehen gesorgt. Und nun bescherten Halvor Egner Granerud und Anna Odine Ström der Disziplin also in Garmisch-Partenkirchen die nächsten Aufreger.

Und es spielt dabei gar keine Rolle mehr, ob etwa Ströms Extra-Sohle in der Socke, die bei der Kontrolle auffällig wurde, tatsächlich medizinischen Zwecken dient, wie ihr Trainer Christian Mayer nun erklärte. Der Eindruck bleibt: Das einstige Mutterland der Sportart trickst und schummelt munter weiter.

Und das hat natürlich auch mit der, von allen Seiten zumindest fragwürdigen Aufarbeitung des WM-Skandals zu tun. Ja, die Kontrollen mögen verschärft worden sein. Doch zur Erinnerung: Die beiden direkt überführten Athleten Marius Lindvik und Johann Andre Forfang wurden vom Weltverband FIS für winzige drei Monate gesperrt. Den Bann durften beide im Sommer absitzen, in der Zeit des mäßig bedeutsamen Sommer Grand Prix. Der durch ein Video überführte Trainer Magnus Brevig trat zwar zurück. Doch selbst Sportdirektor Jan-Erik Aalbu, der die Verantwortung für den Skandal seinerzeit mit einem Minimalgeständnis auf seine und die Schultern des Trainers lud, zieht im Norwegischen Verband weiter munter seine Kreise.

Konsequenzen, die man fast schon als Aufforderung zu weiterem Betrug sehen könnte. Die Fälle Anna-Odine Ström und Halvor Egner Granerud sprechen da nur allzu deutlich für sich. Und aus gut informierten Kreisen in Norwegen wird schon geraunt: Die beiden werden nicht die letzten sein, die in dieser 74. Vierschanzentournee auffällig werden.

Ob noch mehr kommt oder nicht – die FIS wäre gut beraten, bei ihren Sanktionen schnell mit mehr Konsequenz vorzugehen. Mit der Konsequenz eben, die die Kontrolleure an den Schanzen von Oberstdorf und Partenkirchen an den Tag legten.

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