Knie auskuriert: Kevin Volland fährt schon wieder Ski. © Insta
München – Neues Jahr, neues Glück? Für die Löwen und ihre Aufstiegsmission beginnt 2026 jedenfalls früh.
Während viele Arbeitnehmer am 2. Januar einen Brückentag einlegen, endet für die Profis des TSV 1860 die Winterpause abrupt. Um 11 Uhr bittet Trainer Markus Kauczinski zum Start der Rückrundenvorbereitung. Bereits am Samstag geht es ins Trainingslager nach Belek (bis 10. Januar). Die Zeit drängt: Nur 14 Tage später rollt in der 3. Liga wieder der Ball. Am Samstag, 17. Januar, empfangen die Löwen Rot-Weiss Essen zum Richtungsduell (14 Uhr). Auf die Frage, ob 1860 im Mai um den Aufstieg kämpfen werde, sagte Präsident Gernot Mang im Silvester-Interview: „Ich sag jetzt mal mutig: Ja! Auch wenn ich dann Ärger kriege mit Sportchef und Trainer …“
Die Ausgangslage: Essen ist Vierter, punktgleich mit dem MSV Duisburg (34), der aktuell den Relegationsplatz belegt. Die Löwen lauern vier Zähler dahinter und hoffen auf Rückenwind durch einen guten Start. Eine Woche nach Essen geht es zum VfL Osnabrück (Sonntag, 25. Januar, 16.30 Uhr), danach kommt Abstiegskandidat Aachen (Samstag, 31. Januar, 14 Uhr). In der Hinrunde holte 1860 fünf Punkte gegen diese diese Gegner – eine Ausbeute, mit der man angesichts der Personallage wohl auch diesmal zufrieden wäre.
Die Sorgenkinder: In Kapitän Jesper Verlaat und Raphael Schifferl werden zwei wichtige Abwehrsäulen zurückerwartet. Ebenso Spielmacher Kevin Volland, der seine Knieverletzung auskuriert hat. Bei Instagram postete Volland ein Foto, das ihn beim Pistenspaß mit seiner Familie zeigt. Ein Mutmacher für die gebeutelte Offensive. Vorerst nicht zu rechnen ist mit Sigurd Haugen. Erfahrungsgemäß dauert es sechs bis acht Wochen, bis ein Kieferbruch vollständig ausgeheilt ist. Hoffnung macht dagegen Morris Schröter, der nach langer Pause (letztes Pflichtspiel im Februar 2025) wieder eine Option werden soll und für Tempo über die Außenbahnen sorgen könnte. Langfristig raus sind der spielstarke Sechser Tunay Deniz (Kreuzbandriss) sowie Max Christiansen (Hüft-OP).
Der Transfermarkt: Geld ist wie immer Mangelware bei den Löwen, die ihre Ausfälle gerne intern auffangen wollen, etwa durch Allrounder Samuel Althaus (19) oder den defensiv variablen U 21-Spieler Damjan Dordan (22). Gleichzeitig, betonte Kauczinski, halte man den Transfermarkt im Blick. Ex-Löwe Emanuel Taffertshofer (30) würde gerne zurückkehren, wie er in unserem Interview erklärte. Doch wäre er überhaupt finanzierbar? Aktuell steht der erfahrene Sechser beim zyprischen Aufsteiger Akritas Chlorakas unter Vertrag.
Die Zielsetzung: Nicht nur Mang hat den Aufstieg (wieder) im Blick, auch Kilian Jakob und Max Reinthaler ließen nach dem Ende der Hinrunde ihre Ambitionen durchblicken. Am deutlichsten formulierte es Florian Niederlechner, der von „Vollangriff 2026“ sprach. Ein ehrgeiziges Ziel – und eines, das bei den Löwen hoffentlich länger Bestand hat als die meisten guten Vorsätze zum Jahreswechsel.ULI KELLNER