Heiß auf eine erfolgreiche WM: DFB-Kapitän Joshua Kimmich. © IMAGO / Herbertz
Bis März nur Beobachter: Bundestrainer Julian Nagelsmann. © IMAGO / Osnapix
München – Das WM-Jahr beginnt für Julian Nagelsmann mit Warten. Erst Ende März kann der Bundestrainer die Nationalmannschaft wieder in Herzogenaurach versammeln, um den personellen und taktischen Feinschliff für die am 11. Juni beginnende WM in Kanada, Mexiko und den USA anzugehen. Bis dahin, so Nagelsmann, „haben wir Zeit, weitere Entscheidungen zu treffen“.
Wer trägt Deutschlands Hoffnungen 2026? Rückkehrer wie Jamal Musiala oder Kai Havertz? Florian Wirtz, der im WM-Jahr beim FC Liverpool durchstartet? Talente wie Bayerns Lennart Karl? Oder „Big Nick“ Woltemade, die Entdeckung der WM-Qualifikation?
Fixpunkt im kniffligen Puzzle ist Kapitän Joshua Kimmich. Nach den Vorrunden-Aus 2018 und 2022 soll es diesmal besser werden. „Wir wollen, müssen und werden die Gruppenphase überstehen. Daran habe ich keinerlei Zweifel“, sagt der 106-malige Nationalspieler mit Blick auf die Vorrundengruppe mit Curaçao, der Elfenbeinküste und Ecuador. Auch Nagelsmann betont: „Es ist eine Gruppe, wo wir gefordert sind“.
Vor dem WM-Auftakt am 14. Juni in Houston gegen Curaçao bleiben viele Fragen offen. Nagelsmann sucht weiter nach einer Top-Elf für sein großes Ziel. „Das Wichtigste für uns als Mannschaft ist im ersten Schritt, dass all die verletzten Spieler wieder an Bord kommen“, sagt Kimmich. Musiala, Havertz, Tim Kleindienst oder Marc-André ter Stegen fehlten komplett in der Qualifikation, Antonio Rüdiger größtenteils.
Andere rückten in den Fokus, allen voran Woltemade, der mit vier Toren Topscorer wurde. Dazu kommen Youngster wie Karl (17), Said El Mala (19) oder Assan Ouédraogo (19). „Fürs Turnier müssen wir eine Entscheidung treffen für ein Gefüge, das gut zueinander passt“, erklärt Nagelsmann.
Kimmichs Zuversicht
Bis zur WM zählen für Kimmich jedes Training und die vier Tests gegen die Schweiz, Ghana, Finnland und die USA. „Im letzten Spiel gegen die Slowakei haben wir eine gute Basis gelegt“, sagt er mit Blick auf das 6:0. „Diese Basis müssen wir im neuen Jahr bestätigen, um dann mit einem guten Gefühl in die WM zu gehen.“
Für dieses Gefühl brauche es Gesundheit, Siege – und die richtige Spielidee. Kimmich sagt: „Wir müssen uns mit der Art und Weise, wie wir gemeinsam Fußball spielen, identifizieren können. Und hierfür benötigen wir auch ein Commitment von allen Beteiligten.“
Erstmals führt Kimmich das Team bei einer WM als Kapitän an. „Generell hat man als Kapitän eine größere Verantwortung für das große Ganze“, sagt er: „Ich spüre deshalb aber keinen Druck, sondern empfinde Stolz.“
Offen bleibt vor allem die Torwartfrage. Ter Stegen hofft nach Verletzungen und Operationen auf Spielpraxis. Nagelsmann betont: „Wichtig ist, dass Marc spielt.“ Oliver Baumann hat sich als verlässlicher Ersatz empfohlen, ein Neuer-Comeback ist nicht geplant.
Nagelsmann muss ein Team formen, das Favoriten wie Spanien, Argentinien, Brasilien, England oder Frankreich Paroli bieten kann. Die Weltrangliste spielt für Kimmich dabei keine Rolle: „Daher schaue ich nicht auf die Weltrangliste. Wir schauen auf uns.“
Hinzu kommen die besonderen Bedingungen des XXL-Turniers in drei Ländern. „Den ‚logistischen Herausforderungen‘ müssten ‚sich aber auch alle anderen Mannschaften stellen‘“, sagt Kimmich – und blickt gespannt auf eine WM, die spektakulär werden dürfte.SID