Der Pesic-Effekt

von Redaktion

FCB-Basketballer stark verbessert – geht NBA-Star Dinwiddie?

Zwei, die sich verstehen: Svetislav Pesic und Justus Hollatz. © IMAGO/Kessler

München – Nach der Schlusssirene hätten die Basketballer des FC Bayern fast die obligatorische Ehrenrunde versäumt. Klar, man hatte in Europa lange nichts mehr zu feiern. Aber ein aufmerksamer Clubmitarbeiter brachte die Profis nach diesem bemerkenswerten 96:71 über Maccabi Tel Aviv auf den richtigen Weg. Die Gemüter lagen da irgendwo zwischen Jubel und Erleichterung.

Auch bei Justus Hollatz war das so. „Das tut nach so langer Zeit schon richtig gut.“ Beim Europameister gilt das gleich doppelt, er ist neben US-Center David McCormack bislang der große Gewinner des Trainerwechsels bei den Münchnern. Beim entlassenen Gordon Herbert war er zuletzt meist außen vor, bei Svetislav Pesic mischte er nun gegen Israels Rekordmeister Maccabi fast 22 Minuten mit. Hollatz nahm‘s mit einem Lächeln, kündigte aber schon an: „Ich glaube, es geht bei mir noch mehr.“

Überhaupt fällt auf, dass Traineraltmeister Pesic seine Bayern in nicht einmal zwei Wochen ordentlich umgekrempelt hat. Hollatz und McCormack rein, der nicht eben defensivstarke Weltmeister Johannes Voigtmann hat hingegen nur noch eine Nebenrolle.

NBA-Nachkauf Spencer Dinwiddie ist offenbar schon wieder ganz raus. Der bislang glücklose Kalifornier reiste an Weihnachten aus familiären Gründen in die Heimat. Nun machen Gerüchte die Runde, dass der Abschied ein endgültiger sein könnte. Für ihn wollen die Bayern dem Vernehmen nach den Serben Nenad Dimitrijevic von Zenit St. Petersburg an Bord holen. Der Spielmacher war in dieser Saison noch nicht in der Königsklasse aktiv und ist damit vom Ablauf der Wechselfrist nicht betroffen.

Langsam aber sicher zeigt sich auch, dass das Spiel unter Pesic ein anderes ist. Die Bayern verteidigten auch gegen Maccabi bissiger. Nach vorn drücken sie aufs Tempo, wann immer es möglich ist. Damit hielt man die Mannschaft, der Pesic das beste Umschaltspiel von Defensive auf Offensive attestiert, nicht nur bei 71 Punkten. Die zuletzt so harmlosen Bayern schenkten Maccabi auch stattliche 96 Punkte ein. Auch am Sonntag gelang den aufstrebenden Münchnern in der BBL ein ungefährdeter 91:62-Auswärtssieg in Braunschweig.

Für Pesic selbst ist der Schlüssel für ein erfolgreiches Engagement „Kommunikation“. In seinen ersten Tagen am Ruder hat der 76-Jährige auch unzählige Einzelgespräche geführt. Hat seinen Schützlingen nahegebracht, was er von ihnen erwartet. Die Botschaft kam an, wie auch Justus Hollatz beobachtet hat: „Wir spielen jetzt schon mit deutlich mehr Selbstbewusstsein“, sagte er. Davon war in den vergangenen Wochen nicht mehr viel zu sehen gewesen. PATRICK REICHELT

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