Kranjska Gora – Emma Aicher und Lena Dürr waren schon mal besser drauf in diesem Winter. Doch nach zuletzt eher durchwachsenen Resultaten ließen die beiden besten deutschen Skirennläuferinnen gut einen Monat vor dem Beginn der Olympischen Spiele eine Steigerung erkennen. Beim rasanten ersten Weltcup-Slalom des Jahres im slowenischen Kranjska Gora fuhren Aicher und Dürr auf die Plätze acht und elf – solide Leistungen mit viel Luft nach oben.
Kaum besser geht es derzeit für Camille Rast. Mit einem Trauerflor in Gedenken an die Opfer der Brandkatastrophe in Crans-Montana fuhr die Slalom-Weltmeisterin aus der Schweiz erst im Riesenslalom auf Platz eins, einen Tag später beendete sie die Siegesserie von Mikaela Shiffrin, die zuvor alle fünf Slaloms in diesem Winter gewonnen hatte. „Ich denke an alle trauernden Familien, ich bin für sie gefahren“, hatte Rast (26) schon nach dem Riesenslalom erklärt. Sie stammt aus der Nähe von Crans-Montana.
An einen Sieg oder gar das Podium war für Aicher und Dürr zuletzt nicht zu denken – aber es besteht Hoffnung. „Es ist noch nicht alles perfekt, aber es geht in die richtige Richtung“, sagte Dürr (34) nach dem Slalom im ZDF. Im Finale verbesserte sie sich nach verkorkstem ersten Durchgang immerhin um fünf Positionen. Nach den Plätzen vier, sieben und zwei zu Beginn des Winters war sie in den folgenden zwei Slaloms einmal ausgeschieden und einmal nur 17. geworden. „Die Leichtigkeit“, sagte sie, sei ihr zuletzt abgegangen.
Dürr gelang im Finale auf der eisigen Piste „Podkoren 3“ nun immerhin die sechstbeste Laufzeit, Aicher dagegen fiel um zwei Plätze zurück. Die 22 Jahre alte Allrounderin, tags zuvor im Riesenslalom im Gegensatz zu Dürr (18.) nicht mal im Finale, hatte eine Spitzenplatzierung bereits im ersten Lauf vergeben: Bei der letzten Zwischenzeit lag sie gleichauf mit Rast, nach einem schweren Patzer verlor sie noch 1,20 Sekunden.