LÖWEN IN BELEK

Sonne, Palmen – gute Laune

von Redaktion

Team geschwächt, Trainer trotzdem optimistisch – Sorgen um Pfeifer

Rückschlag? Pfeifer verletzte sich am Sonntag. © sampics

Sonnige Laune: Kauczinski mit Präsident Mang. © Sampics

Junglöwen, die anpacken: Auch Noah Klose (l.), Sohn des Weltmeisters Miro, durfte mit – und Damjan Dordan. © Sampics

Traumkulisse: Kevin Volland (l.) und Jesper Verlaat haben sich in Belek schnell akklimatisiert. © Sampics / Stefan Matzke

Belek – München-Giesing: Minusgrade und schneebedeckte Trainingsplätze. Belek: frühlingshafte Temperaturen, Palmen – und selbst die Wolken, die am Sonntag aufzogen, waren verschmerzbar. Schon wettertechnisch war es ein guter Deal, den die Löwen mit ihrem kurzfristig gebuchten Trainingslager gemacht haben. Entsprechend gelöst fiel die Bilanz von Trainer Markus Kauczinski nach der Ankunft an der türkischen Riveira aus.

„Hier haben wir optimale Möglichkeiten, um uns bestmöglich vorzubereiten“, sagte er nach der ersten Einheit auf dem Sportplatz des Susesi-Resorts. „Man hat gleich gemerkt, dass die Jungs Bock haben. Das Licht, der Rasen – das ist gleich was ganz anderes.“ Kauczinski hatte intern früh für ein Trainingslager geworben. „Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich das für sinnvoll erachte. Eine große Diskussion gab es darüber nie – am Ende mussten wir nur ins Portemonnaie schauen und prüfen: Was geht?“

Für ihren Traum vom Aufstieg geben die Löwen alles. Und damit die Chance am Leben bleibt, die sich 1860 unter Kauczinski erarbeitet hat (2,0 Punkte im Schnitt), ist der Trainer in Belek mehr denn je als Tüftler gefragt. Gleich fünf potenzielle Leistungsträger verpassen das Camp: Neben den Langzeitverletzten Tunay Deniz (Kreuzbandriss), Max Christiansen (Hüft-OP) und Sigurd Haugen (Kieferbruch) mussten kurzfristig auch Florian Niederlechner (muskuläre Probleme) und Siemen Voet (Grippe) passen. Lediglich beim belgischen Innenverteidiger besteht die Chance, dass er nachreist.

Geld für Neuzugänge ist nicht vorhanden – also stellt sich Kauczinski darauf ein, das Team neu zu justieren. „Ich bin weit davon entfernt zu sagen, dass wir abgeschrieben sind, nur weil wir Verletzte haben“, betonte er. „Jetzt müssen wir etwas anderes entwickeln – eine andere Energie, andere Momente, in denen wir gefährlich werden. Oder vielleicht auch mal kein Tor kassieren. Ein geschossenes kann ja reichen.“ Von einer Systemumstellung hält der Trainer nichts: Der Kader sei schließlich für ein 3-5-2 zusammengestellt worden.

Trotz der personellen Sorgen – Manuel Pfeifer brach am Sonntag das Training ab, Sechser Thore Jakobsen ist beim Re-Start gegen Essen am 17. Januar gesperrt – ist der Optimismus beim Trainer spürbar. „Es kickt mich, eine Mannschaft zu entwickeln“, sagte Kauczinski. „Ich weiß nicht, wie schnell wir es schaffen, aber wir müssen etwas auf die Beine stellen, das gefährlich ist – und genauso stabil.“ Ein erster Gradmesser steht bereits fest: Am Freitag messen sich die Löwen mit dem Schweizer Erstligisten FC Winterthur – ein Test mit Extralänge: 3 x 45 Minuten.

Beim letzten Belek-Aufenthalt 2023 hatten die Löwen noch ganz andere Themen. Sportlich stand 1860 besser da, stimmungstechnisch jedoch befand sich der Verein in einem Abwärtssog, der bald Michael Köllner den Job kostete – trotz des Promi-Wintertransfers Raphael Holzhauser. Am Ende belegten die Löwen Platz acht. Exakt jene Position, von der aus 1860 im Jahr 2026 abheben will. Die türkische Sonne soll dabei helfen.U. KELLNER, S. MATZKE

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