Setzte ein deutsches Ausrufezeichen: Sprinter Jan Stölben. © Prati/dpa
Tesero – Jan Stölben lag völlig ausgepumpt auf der Olympiastrecke im italienischen Fleimstal, dann feierte er das beste Ergebnis seiner Karriere: Mit Rang sechs im Klassiksprint hat der 24-Jährige auf der vorletzten Etappe der Tour de Ski für eine Überraschung gesorgt. „Wie Jan gelaufen ist, das war eine andere Liga“, sagte Skilanglauf-Bundestrainer Peter Schlickenrieder im ZDF stolz.
Während der Norweger Johannes Hösflot Kläbo seinen 104. Weltcupsieg feierte, trumpfte auch Stölben auf. Sowohl im Viertel- als auch Halbfinale profitierte er von Tempomacher Kläbo, agierte aber auch clever und zog als erster Deutscher seit neun Jahren in ein Finale der besten sechs Läufer ein. Dort fehlten ihm dann aber die Kräfte.
„Er macht riesige Schritte. Dazu das Olympiaticket – geil“, sagte Schlickenrieder im ZDF. Letzter DSV-Starter in einem Sprint-Finale war zuvor Sebastian Eisenlauer am 16. Januar 2016 in Planica gewesen.
Nicht zu stoppen war der 29 Jahre alte Kläbo, der sich am Sonntag zum fünften Mal auch den Gesamtsieg und damit den alleinigen Rekord holte. Dem Rekordweltmeister reichte bei der abschließenden „Bergetappe“ der 20. Tour im Val di Fiemme auf der Alpe Cermis ein zwölfter Platz beim Tagessieg seines Landsmanns Mattis Stenshagen, um in der Gesamtwertung 30 Sekunden vor Stenshagen zu bleiben. „Vor Kläbo kann man nur den Hut ziehen“, sagte Schlickenrieder. Bester Deutscher war Florian Notz auf Platz 18.
Friedrich Moch („Eigentlich fühle ich mich gut“), der dreimal auf der Cermis-Etappe auf das Podest gelaufen und vor zwei Jahren Gesamtzweiter der Tour geworden war, blieb erneut chancenlos und kam nur auf Rang 46 der Tageswertung. Zur fehlenden Form kam bei Moch noch ein Skibruch hinzu. Einziger deutscher Gewinner der Tour ist Tobias Angerer, der bei der Premiere 2006/07 vorne lag. Bei den Frauen triumphierte Jessie Diggins aus den USA zum dritten Mal. Die 34-Jährige kam im 10 Kilometer Massenstart als Zweite ins Ziel und lag im Gesamtklassement 2:17,7 Minuten vor der Österreicherin Teresa Stadlober. Der Tagessieg ging an Karoline Simpson-Larsen aus Norwegen.
Beste Läuferin im durch etliche Krankheitsausfälle dezimierten DSV-Team war Helen Hoffmann als Zehnte. Im Gesamtklassement verbesserte sich die 23-Jährige auf Platz 13.