„Bei Manu gibt es keine Deadline“

von Redaktion

Bayern-Sportdirektor Freund über Neuers Vertrag und die beiden Winter-Neuzugänge

Bara Ndiaye, hier im Duell mit Konrad Laimer während eines Tests des FC Bayern gegen die Grashoppers Zürich. © Koller/Imago

Manuel Neuer mit Torwarttrainer Michael Rechner und Ersatzmann Sven Ulreich – die Entscheidung über seine Zukunft fällt im Frühjahr. © Agüera/Imago

Vincent Kompany mit Bara Ndiaye. © Fischer/Imago

Christoph Freund, FCB-Sportdirektor. © Steinbrenner/Imago

Bayern-Sportdirektor Christoph Freund nutzte die fußballfreie Zeit, um den einen oder anderen Skitag in der Salzburger Gegend zu verbringen. Denn: Das Fußballjahr 2026 hat es nicht nur für den Österreicher in sich. Das verriet der 48-Jährige im Interview.

Herr Freund, dem FC Bayern steht ein Mammut-Monat bevor: Nach dem Test gegen RB Salzburg stehen im Januar sechs Pflichtspiele auf dem Programm.

Es ist schon ungewöhnlich, so viele Spiele direkt zum Jahresbeginn zu haben. Aber wir haben einen sehr guten Kader, bei dem alle Spieler gebraucht werden und ihre Einsatzzeiten bekommen. Die Mannschaft freut sich darauf, dass es gleich richtig losgeht.

Das Trainerteam bekommt personelle Unterstützung: Mit Daniel Fradely wurde ein weiterer Co-Trainer verpflichtet.

Nachdem sich Bram Geers Mitte September verabschiedet hatte, haben wir gemeinsam mit Vincent Kompany überlegt, wie wir das im Trainerteam auffangen können.

Und warum fiel die Wahl gerade auf Fradley?

Wir wollten einen Mann, der sowohl aus der Analyse kommt als auch viel am Platz arbeitet. Jemand, der individuell mit den Spielern in verschiedenen Bereichen arbeitet und uns in der täglichen Trainingsarbeit Qualität bringt. Das war der entscheidende Punkt.

Bara Sapoko Ndiaye ist bisher der einzige Winter-Transfer auf Spielerseite. Was steckt hinter diesem ungewöhnlichen Neuzugang?

Wir haben eine Kooperation mit den Gambino Stars. Er war bereits häufiger bei uns zu Gast und hat auch schon bei der U23 und den Profis mittrainiert. Jetzt wird er für das nächste halbe Jahr bei uns sein, um sich an das Niveau in Europa zu gewöhnen und sich weiterzuentwickeln.

Soll er auch spielen?

Er wird erst einmal bei den Profis mittrainieren, und wir schauen, wo er zunächst Minuten sammeln kann – etwa bei Testspielen sowohl bei der U23 als auch bei der U19. Pflichtspiele bei der U23 oder U19 darf er wegen der strengen FIFA-Regularien in diesem Altersbereich nicht bestreiten. Wichtig ist erst mal die Akklimatisierung. Bara ist ein sehr großes Talent, das wir noch besser kennenlernen wollen.

Gute Nachrichten gab es zuletzt bei Jamal Musiala. Wie ist sein aktueller Stand?

Jamal trainiert wieder mit der Mannschaft und wird sukzessive Spielminuten bekommen. Ein Einsatz im Januar ist mehr als realistisch. Er ist gut, dass er so hungrig war und am liebsten schon im Dezember gespielt hätte, und jetzt sind wir froh, dass er zurück ist. Er muss noch die Spiel-Fitness bekommen.

Wie erleben Sie ihn derzeit?

Man merkt, wie sehr er alles gibt, um wieder auf dem Platz zu stehen. Er hat richtig Lust auf Fußball, auf den Alltag mit der Mannschaft, auf die Kabine. Er wirkt sehr positiv, das macht einfach Spaß zu sehen. Jamal strahlt regelrecht!

Manuel Neuer hat zuletzt angedeutet, dass er im Frühjahr Richtung März/April eine Entscheidung über seine Zukunft treffen möchte. Ist das auch aus Vereinssicht der richtige Zeitraum?

Absolut. Bei Manu war immer klar, dass sich seine Entscheidung vor allem an seinem Körpergefühl orientiert. Er kennt seinen Körper besser als jeder andere. Es ist schon außergewöhnlich, in diesem Alter auf diesem Niveau zu spielen. Es wird von unserer Seite keinen Druck und keine Deadline geben, sondern einen offenen Austausch. Insofern macht es Sinn, wenn man den Zeitraum März/April anpeilt.

Neuer begleitet mit Jonas Urbig bereits einen möglichen Nachfolger – und gibt auch freiwillig Spiele ab.

Das ist etwas Besonderes. Manu ist in einer anderen Phase seiner Karriere, aber er geht diese Rolle außergewöhnlich gut an. Er unterstützt Jonas, tauscht sich viel mit ihm aus, sie sitzen oft zusammen und reden. Das ist eine große Qualität – sportlich wie menschlich.

Wie haben Sie das geschafft – oder wird Neuer mit 39 Jahren altersmilde?

Wir haben offen mit ihm gesprochen und ihm gesagt, dass die Konstellation mit Jonas eine super Geschichte werden könnte – für alle Seiten. Speziell wenn man seinen eigenen Nachfolger mitbegleitet und auch entwickelt. Einen besseren Lehrmeister als Manuel Neuer kann es für einen jungen Torhüter nicht geben. Manu und auch Sven Ulreich machen es außergewöhnlich gut, wie sie mit ihm umgehen und wie sie sich mit ihm austauschen. Egal wo man ist: Unsere Tormänner stecken immer wieder die Köpfe zusammen. Das ist eine perfekte Situation.

INTERVIEW: MANUEL BONKE

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