Der andere kommt: Dimitijevic. © IMAGO/Konstantinov
Der eine geht: Dinwiddie. © IMAGO/Hoermann
München – Am Ende ging dann doch alles ganz schnell. Montagnacht machten die Basketballer des FC Bayern offiziell, was sich schon seit einigen Tagen angedeutet hatte: Spencer Dinwiddie kommt nicht nach München zurück. Der 32-Jährige war an Heiligabend wegen eines Krankheitsfalls in der Familie in die Heimat gereist. Und er wird dort auf unbestimmte Zeit bleiben. „Leider bin ich nicht in der Lage zu spielen.“ Immerhin: Nach Ersatz musste man nicht lange suchen.
Wie unsere Zeitung berichtete, ist Nenad Dimitijevic der Auserwählte, der die Lücke füllen soll, die Dinwiddie hinterlässt. Der Guard wechselt von Zenit St. Petersburg an die Isar und könnte bereits am Mittwoch (20.30 Uhr) gegen Baskonia Vitoria ins Geschehen eingreifen. Leicht zu erraten: Der Nordmazedonier ist die Wahl von Svetislav Pesic, und der Trainer-Rückkehrer war dann für den 27-Jährigen auch das finale Argument für den Wechsel: „Wenn dich Coach Pesic anruft, ist das eine Ehre und ein No-Brainer.“
Nach offiziellen Mitteilungen des russischen Topclubs wechselt Dimitijevic auf Basis eines Leihgeschäfts bis zum Saisonende. Die Bayern dagegen vermeldeten, man habe eine Option auf ein weiteres Vertragsjahr. Das kann demnach nur ein sogenannter „Buy out“ sein, eine Art Kaufoption.
Klar ist: Der Mann, der in Spanien zum Profi reifte (Badalona/Valencia), dürfte weit besser in Pesics Konzept passen. Dimitijevic, der bei den Bayern Nick Weiler Babbs Trikotnummer 0 erhält, gilt als bissiger Verteidiger und dynamischer Antreiber. Als ein Spielmacher, der Bälle verteilen, aber auch jederzeit selbst den Abschluss suchen kann. Für St. Petersburg legte er im bisherigen Saisonverlauf im Schnitt 12,1 Punkte und 5,8 Korbvorlagen auf. 2024 brachte er es in Diensten von UNICS Kasan mit seinen Qualitäten zum wertvollsten Spieler der russischen VTB-Liga.
Der Deal ist ein weiterer Beleg dafür, dass die Bayern trotz ihrer schwachen Vorrunde auch in der Euroleague höhere Ziele noch längst nicht abgeschrieben haben – auch wenn selbst die PlayIn-Plätze derzeit stattliche fünf Siege entfernt sind. Nach dem deutlichen Erfolg zu Jahresbeginn gegen Maccabi Tel Aviv will man die Aufholjagd nun gegen Baskonia Vitoria fortsetzen.
Wobei sich eine schwierige Saison wie diese bei den Münchnern übrigens nicht mehr so schnell wiederholen soll. Der nun offiziell ausgeschiedene Basketball-Chef Marko Pesic erklärte dieser Tage im clubeigenen Podcast „Open Court“, dass die Bayern nach dieser Spielzeit einige Zahlungsverpflichtungen los sind, wie etwa die Lizenzgebühr für die Euroleague. Damit könne man zukünftig „mehr Geld in die Mannschaft stecken“. Das Ziel müsse sein, ein fester Teilnehmer der Playoffs zu werden. Pesic hatte in der Vergangenheit schon angekündigt: „In den nächsten zehn Jahren wird Bayern die Euroleague gewinnen.“PATRICK REICHELT