Diese Stars bangen noch um Olympia

von Redaktion

Formkrise, Krankheit, falsche Trainingsreize: Zeit für Geiger, Grotian und Co. wird knapp

Zu viel trainiert? Friedrich Moch. © Thore/Imago

Verzweifelt: Karl Geiger läuft die Zeit davon. © Wagner/Imago

Corona zwang Grotian zu einer Wettkampfpause. © Insta

Sieg auf Schalke: Janina Hettich-Walz. © Kliuiev/Imago

Ruhpolding/München – Noch 28 Tage bis zu den Olympischen Spielen – die Zeit bis zur Eröffnungsfeier am 6. Februar verrinnt. Umso größer dürfte die Erleichterung bei Biathletin Janina Hettich-Walz gewesen sein. Im Nebel von Oberhof sicherte sich die 29-Jährige gestern mit Platz 6 die Olympia-Norm, wird in Italien an den Start gehen dürfen. Es war die Frage vor der Saison: Wie würde Hettich-Walz nach der Geburt ihrer Tochter im Februar 2025 nach der Wettkampfpause zurückkommen? Die beeindruckende Antwort darauf lieferte sie bereits im Sommer: Siege bei den deutschen Meisterschaften im Einzel und im Sprint. Der Winter startete etwas schleppend, mit Platz 15 in der Verfolgung von Östersund konnte sich die frischgebackene Mutter zumindest die halbe Norm sichern. Mit dem Rückenwind aus dem Sieg auf Schalke ging sie am ersten Wettkampftag des Jahres den letzten Schritt gen Antholz.

Während Hettich-Walz und die anderen qualifizierten deutschen Athleten gedanklich schon die Koffer packen, bangt ein populäres Trio noch um das Ticket.

■ Selina Grotian

Bislang zeigte der Karrierepfeil von Biathletin Selina Grotian nur in eine Richtung: nach oben. Vergangene Saison feierte die 21-Jährige ihren ersten Weltcupsieg, wurde Neunte in der Weltcup-Gesamtwertung. Doch in diesem Winter läuft es für die Mittenwalderin bislang so gar nicht: Fehlstart in Östersund (50. im Einzel, 30. im Sprint) und anschließende Corona-Pause in Hochfilzen und Le Grand-Bornand. Bedeutet: Grotian läuft in Sachen Olympia-Norm so langsam die Zeit davon, bei den Heim-Weltcups in Oberhof (noch bis 11. Januar) und Ruhpolding (14. bis 18. Januar) müssen gute Ergebnisse geliefert werden. „Bloß nicht verkrampfen“, ist das Motto, schließlich betonte Grotian im Sommer gegenüber unserer Zeitung: „Wenn ich mich zu sehr unter Druck setze, geht es in die Hose.“

■ Karl Geiger

Der Skiflug-Weltmeister von Planica 2020 erlebt bislang eine Saison zum Vergessen. Bei der Vierschanzentournee sah der Oberstdorfer nicht einen Finaldurchgang. Platz 23 in Lillehammer – das reicht nicht für das Ticket zu den olympischen Wettbewerben in Predazzo. Nun wartet eine Ochsentour zu den weniger stark besetzten Weltcups in Zakopane und Sapporo, wo Geiger die Olympianorm einspringen soll. Die für den 32-Jährigen aber auch noch keine Garantie böte. Denn: Hinter Felix Hoffmann und Philipp Raimund sind nur zwei Plätze frei. Was Geiger aber pragmatisch sieht. „Wenn ich konkurrenzfähig bin, dann will ich bei den Spielen unbedingt dabei sein“, sagte er, „aber nur dann.“

■ Friedrich Moch

Kurz vor dem Jahreswechsel hat Bundestrainer Peter Schlickenrieder seinem Sorgenkind noch einmal eine Auszeit verordnet. Weil weniger auch im Skilanglauf manchmal mehr sein kann. „Fri hat zu viel trainiert“, sagte Schlickenrieder dementsprechend. Die Sache blieb für Friedrich Moch ohne Wirkung. Der Memminger, im Vorjahr noch Dritter auf der Alpe Cermis, lief auch bei der Tour de Ski hinterher. In den Büchern steht ein 19. Platz in Trondheim – viel zu wenig für einen Mann, der eigentlich das Pendant zu Katharina Hennig-Dotzler in der Weltspitze sein sollte. Die Zeit wird für Moch knapp: Auf dem Plan stehen nur noch die Weltcups in Oberhof und Goms (Schweiz).MBU, PR

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