Flammender Konkurrenzkampf

von Redaktion

Was passiert im EHC-Tor, wenn Niederberger zurückkehrt?

Der dritte Mann: Simon Wolf bekam das Spiel gegen die Eisbären Berlin (hier das 1:1 durch Kirk). © IMAGO/Markus Fischer

München – Der EHC Red Bull München hat heute (19.30 Uhr) in Straubing am Pulverturm anzutreten. Ein anspruchsvolles Auswärtsspiel, vor dem Trainer Oliver David die Hoffnung formuliert, „dass Antoine Bibeau wieder bereit ist“. Am Dienstag bei der 2:3-Heimniederlage gegen die Eisbären Berlin hatte der kanadische Torhüter gefehlt. Der 31-Jährige wollte zwar spielen, doch beklagte Verspannungen im Bereich Hüfte/Oberschenkel. „Keine Verletzung“, so Coach David, eher eine Unpässlichkeit. Daher die Entscheidung des Trainers: Besser mal Pause machen angesichts des dicht getakteten Programms.

Er stellte dann Simon Wolf auf, 21 Jahre alt, Oliver David kategorisiert ihn als „Kid“. Trotz der Niederlage gab es Lob für Wolf. „Er hat einen großartigen Job gemacht“, so Stürmer Jeremy McKenna. Oliver David sagte: „Er spielt nicht viel, dann kommt gleich Berlin, und es herrscht Druck, weil wir das Spiel zuvor verloren haben.“ Zwei Tage zuvor hatte es im SAP Garden ein 2:4 gegen Mannheim gegeben.

Wolf, gebürtig aus Schwabach in Franken, war sechs Jahre lang in der Red-Bull-Akademie ausgebildet worden und gilt als bester deutscher Torhüter seines Jahrgangs. Aber die Integration in den Profibereich in München verläuft noch schleppend. Die Saison 2024/25 hatte er als Nummer zwei hinter Mathias Niederberger begonnen, doch dann verpflichtete der EHC mit Evan Fitzpatrick noch einen weiteren erfahrenen Goalie; Simon Wolf war fortan der dritte Mann, etwas Spielpraxis bekam er auf Basis einer Förderlizenz beim Oberligisten Tölz. 2025/26 das gleiche Muster: Anfangs war Wolf erneut der Niederberger-Ersatz, dann sicherte sich der EHC mit Antoine Bibeau ab. Niederberger verletzte sich Ende November, seitdem bestritt der Kanadier Bibeau alle Partien, bis auf die letzte gegen Berlin. Für Wolf wurden als Zweit-Club die Blue Devils Weiden in der DEL2 gefunden. Sein derzeitiger Status: „Ich trainiere die Woche über in München, und wenn es sich ausgeht, fahre ich am Wochenende nach Weiden. Die Jungs dort sind cool, man freut sich, wenn ich komme.“

Die Chancen auf weitere DEL-Einsätze in dieser Saison sinken für Wolf aber, wenn Mathias Niederberger wieder fit ist. Dies sollte im Lauf des Januars der Fall sein, Bundestrainer Harold Kreis hat den 33-Jährigen für Olympia nominiert und erwartet, „dass er noch vier, fünf Spiele bis zum Trainingslager (ab 1. Februar, d. Red.) macht“. Bedeutet für München, dass es demnächst einen flammenden Konkurrenzkampf im Tor erleben wird.

Bibeau hat sich in Niederbergers Absenz etabliert, seine Werte aus 18 Einsätzen (Gegentorschnitt 1,83, Fangquote 92,97 Prozent sind besser als die von Niederberger (14 Spiele – 2,65 – 88,85 Prozent). Die beiden stehen für unterschiedliche Torwartschulen, wie Beobachter Simon Wolf erläutert: „Mathias spielt allen die Pässe auf die Füße und steht nicht nur auf der Torlinie, Antoine ist eher der ruhige Torwart.“GÜNTER KLEIN

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