Pinzolo – Linus Straßer vergrub den behelmten Kopf in seinen Handschuhen. Der beste deutsche Skirennläufer wusste sofort, dass er beim stimmungsvollen Nachtslalom von Madonna di Campiglio eine große Chance hatte liegen lassen. „Der da unten“, sagte Straßer über einen folgenschweren Fehler im Finale, „tut richtig weh“.
Als Siebter des ersten Laufs ging er in den Finaldurchgang, doch seine Aufholjagd misslang. Ihm wurde ein Fehler im Steilhang zum Verhängnis, sodass er sogar auf Rang 14 abrutschte. „Du merkst“, meinte er im BR über sein Malheur, „dass du mit den Zuschauern reden kannst, weil du so langsam an denen vorbeifährst“.
Trotzdem sieht er sich „auf einem wirklich guten Weg“ – auch und gerade bei der schwierigen Abstimmung auf sein neues Material. „Ich habe es mir über die letzten Wochen hart erarbeitet mit meinem Trainer, meinem Servicemann“, sagte er. Zweifel am Olympia-Plan? Keine. Das Rennen in Madonna, das der französische Olympiasieger Clement Noel gewann, bestätigte Straßer sogar in seinem Tun. „Die Stabilität ist absolut da“, sagte er voller Zuversicht.
Vor einem Jahr schaffte Straßer die Wende im Januar. „Jetzt“, weiß er, „kommen ein paar coole Rennen“. Zunächst jenes auf dem legendären Chuenisbärgli in Adelboden, wo er seit 2021 dreimal auf dem „Stockerl“ stand. Also: „Einfach geduldig bleiben und an den Prozess glauben“, meinte Straßer, „dann kommt das“. Auch bei Olympia. SID