Es geht sich nicht aus

von Redaktion

Ski-Ass Marcel Hirscher (36) zieht die Notbremse: Kein Start im Olympia-Winter

Zu langsam: Marcel Hirscher. © Bott/dpa

München/Adelboden – Die Wade zwickt, die Hüfte macht Probleme – kurz: Marcel Hirscher ist nicht bereit für Olympia. Der österreichische Skistar verzichtet auf die Winterspiele und alle Starts auch im alpinen Weltcup in diesem Winter. Das gab der achtmalige Gesamtweltcupsieger auf Instagram bekannt. Einen neuerlichen Rücktritt wie erstmals 2019 schloss er aber aus.

„Wenn ich wieder Weltcup-Rennen fahre, dann möchte ich das gescheit machen. Das geht sich gerade einfach nicht aus. Darum gibt es heuer keine Rennen und auch keine Olympischen Spiele für mich“, sagte Hirscher in einem Video und bekannte geknickt: „Mir taugt es persönlich auch nicht.“

Der 36-Jährige hatte sich in seiner Comeback-Saison im vergangenen Winter einen Kreuzbandriss zugezogen und wollte mit Blick auf Olympia einen neuen Angriff wagen. Rund um Weihnachten habe er allerdings einen Rückschlag erlitten, berichtete er und erzählte von den Problemen mit Wade und Hüfte.

„In Wahrheit ist es so: Es geht sich nicht aus“, sagte der zweimalige Olympiasieger und siebenmalige Weltmeister: „Das Tempo, das ich gehen kann aktuell, ist nicht Weltcup-würdig. Ich habe mit den Weltbesten trainieren können, das war mega, wir haben sensationell trainiert auf der Reiteralm. Es war cool zu sehen, was notwendig ist, um wirklich Weltklasse zu sein.“ Das aber sei „momentan nicht drin“.

Und halbe Sachen waren noch nie das Ding des Siegers von 67 Weltcup-Rennen, der inzwischen für die Niederlande startet. Seit seiner schweren Verletzung im Dezember 2024 war spekuliert worden, ob und wann Österreichs Ski-Idol noch einmal in den Weltcup zurückkehrt. Das soll nun in der Saison 2026/27 der Fall sein. „Ich werde weiter trainieren – und vielleicht schaffe ich es nächstes Jahr.“

Hirscher – achtmaliger Gesamtweltcupsieger, zweimaliger Olympiasieger und siebenmaliger Weltmeister – hatte ursprünglich 2019 seine Karriere beendet. Fünf Jahre später gab er dann sein Comeback für die Niederlande, dem Heimatland seiner Mutter. Im Dezember 2024 zog sich Hirscher im Training einen Kreuzbandriss zu. Seither war spekuliert worden, dass er in diesem Winter in den Weltcup zurückkehrt.

Im Gegensatz zum einstigen Dominator ist Linus Straßer am Wochenende in Adelboden am Start. Den holprigen Start mit nur einem Top-Acht-Ergebnis in fünf Slaloms nimmt der Münchner noch ziemlich locker. Auf dem langen Weg zu WM-Bronze fehlten im vergangenen Winter zunächst auch die Resultate. „Der Linus“, meinte ARD-Experte Felix Neureuther, „braucht immer ein bisschen, um in die Saison zu kommen. Der Januar, wenn die Klassiker beginnen, das liegt ihm.“ Vor einem Jahr schaffte Straßer die Wende nach zuvor drei Rennen ohne Punkte als Sechster in Madonna.

„Jetzt“, weiß Straßer, „kommen ein paar coole Rennen.“ Zunächst jenes auf dem legendären Chuenisbärgli, wo er seit 2021 dreimal auf dem „Stockerl“ stand und nicht mehr schlechter als Vierter war. „Adelboden ist eines der Rennen, auf die ich mich in jeder Saison mit am meisten freue, auf jeden Fall ein Highlight“, sagte er.

In Kitzbühel und Schladming hat der 33-Jährige schon gewonnen. Also: „Einfach geduldig bleiben und an den Prozess glauben“, meinte Straßer, „dann kommt das.“

Artikel 1 von 11