Sein letztes NFL-Spiel? Jakob Johnson. © Imago
Pittsburgh – Vielleicht Schnee, dazu Temperaturen um den Gefrierpunkt und ein feindseliges Stadion – für den deutschen Football-Profi Jakob Johnson könnte sein womöglich letztes NFL-Spiel gar keinen besseren Rahmen haben. „Anders würdest du es nicht wollen. Wenn du ein Wettkämpfer in der NFL bist, dann willst du montagabends in Pittsburgh in einer rauen Atmosphäre dein Playoff-Spiel machen“, sagte der 31 Jahre alte Stuttgarter im Interview. „Zu kalt gibt es nicht. Nur zu wenig Schichten.“
Ob Johnson in der deutschen Nacht zu Dienstag (2.00 Uhr MEZ) im Kader steht und mit den Houston Texans gegen die Pittsburgh Steelers um den Einzug in die Divisional-Round der Playoffs spielt, ist offen. Ebenso, ob eine Niederlage gleichbedeutend mit seinem Karriereende in der NFL wäre.
Dass der Schwabe in der National Football League aber bereits alle Prognosen übertroffen hat, ist sicher. Die durchschnittliche Karriere eines NFL-Profis dauert 3,3 Spielzeiten – Johnson ist trotz aller Hürden und Hindernisse in seiner siebten Saison aktiv. Er hatte kurz nach der Fußball-WM 2006 bei den Stuttgart Scorpions American Football für sich entdeckt und sein Leben zwischenzeitlich als Kellner auf Volksfesten finanziert.
„Gute Arbeit, gewisse deutsche Tugenden, dass du ein guter Teammate bist, einen positiven Einfluss hast, egal in welchem Raum du bist, das kann dazu führen, dass du mehr Gelegenheiten bekommst“, erklärte der Vater einer kleinen Tochter. „Ich habe mir viel guten Willen erarbeitet über die Jahre, mit der Art und Weise, wie ich an die ganze Sache herangehe.“SID