BOXEN

Granit Shala: Titelkampf vor 13000 Fans

von Redaktion

Musste verletzt absagen: Simon Zachenhuber. © IMAGO

Vor schwerer Aufgabe: Granit Shala. © IMAGO/Torsten Helmke

Oberhausen/München – Simon Zachenhuber ärgert sich: Die Bühne, die auch am Samstag für ihn bereitet war, kann er nicht betreten. Der in Stuttgart trainierende Erdinger musste seine Teilnahme am großen Boxabend in der ausverkauften (13000) Rudolf-Weber-Arena in Oberhausen absagen. „Ich habe mir beim Sparring die linke Hand verstaucht und darf sie nicht belasten. Ich musste in meiner gesamten Karriere noch nie verletzungsbedingt absagen.“ Zachenhuber, 27 Jahre alt, ungeschlagen in 28 Profikämpfen, wäre im Rahmenprogramm des deutschen Schwergewicht-Stars Agit Kabayel angetreten. Kabayel hatte seine letzten drei Kämpfe in Saudi-Arabien bestritten, Oberhausen wird als „Homecoming-Event“ des gebürtigen Leverkuseners verkauft, der gegen den 2,18 Meter großen Polen Damian Knaby seinen Interims-Weltmeistertitel verteidigen will.

Zachenhuber wird trotz seiner Absage am Ring sitzen – und unter anderem sehen, wie sich Granit Shala macht. Der Landshuter, der in Unterschleißheim trainiert, trifft auf den kroatischen Schwergewichtler Petar Milas, der eine ähnliche Bilanz wie Shala hat (nur eine Niederlage in 20 Kämpfen) und in den Ranglisten ein kleines Stück höher notiert ist. Shala beeindruckte kürzlich in einem Youtube-Kurzvideo damit, dass er binnen neun Sekunden 76 Mal auf einen Boxsack einschlagen konnte. Gegen Petar Milas geht es um den Internationalen Schwergewichtstitel des Verbands IBF. Milas hielt diesen Titel (bei der IBO) schon mal vor sieben Jahren, als er Francesco Pianeta und Kevin Johnson, frühere Gegner der Klitschko-Brüder, besiegte. Für Granit Shala eine echte Challenge.

Für Simon Zachenhuber gibt es trotz seiner Verletzung eine gute Nachricht. Terence Crawford (38), der bisherige Champion im Supermittelgewicht, tritt zurück, dadurch werden alle Gürtel frei. Zachenhuber, der in zwei Weltverbänden unter den Top Ten der Rangliste steht: „Da rotiert jetzt einiges. Vielleicht bekomme ich dieses Jahr die Chance auf einen Final Eliminator oder sogar einen WM-Kampf.“GÜNTER KLEIN

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