Handballer schon in EM-Form

von Redaktion

Bissig im Zweikampf: Julian Köster. © Grubisic/Imago

Zagreb – Dieser Jubiläumssieg schmeckte Alfred Gislason ganz besonders, daraus machte der Bundestrainer gar kein Geheimnis. „Natürlich fühlt es sich sehr gut an“, sagte der Isländer nach seinem 100. Länderspiel als Coach von Deutschlands Handballern. Noch weitaus wichtiger als der Erfolg bei Vizeweltmeister Kroatien war dem 66-Jährigen auf dem Weg zur Europameisterschaft aber die Art und Weise, wie sein Team aufgetreten war.

Eine Woche vor dem Turnierstart gegen Österreich präsentierte sich die deutsche Mannschaft beim 32:29 (17:14) phasenweise schon in EM-Form. Das Wiedersehen mit den Kroaten am Sonntag (18.05 Uhr/ARD) in Hannover ist bereits die Generalprobe.

„Das war unser erstes Spiel im neuen Jahr – und dann direkt auswärts zu gewinnen, tut unfassbar gut“, sagte Torhüter David Späth, der im Hexenkessel von Zagreb mit 14 Paraden glänzte und die aggressive Deckung als „überragend“ lobte. Und Rückraumspieler Julian Köster schwärmte: „In Zagreb beim Vizeweltmeister zu gewinnen, ist ein richtiges Brett.“

Insgesamt wechselte die Führung im Spiel fünfmal, in der Crunchtime zeichnete das DHB-Team dann eine große Widerstandskraft aus. Die große Abgezocktheit könnte womöglich eine neue Qualität sein. „Das zeigt ein bisschen Reife und dass wir dazugelernt haben in den letzten Jahren“, meinte Juri Knorr.

Auch Gislason blickte optimistisch nach vorn. „Wir haben mehr Breite jetzt als oft zuvor, mehr Innenblockmöglichkeiten in der Abwehr – das hilft uns natürlich sehr“, sagte er. Dies dürfte bereits in der kniffligen Vorrundengruppe A mit Österreich (15. Januar), Serbien (17. Januar) und Spanien (19. Januar) viel wert sein. Spätestens aber in der Hauptrunde, wo unter anderem Olympiasieger Dänemark und Titelverteidiger Frankreich warten dürften.

Dann sollten auch die für Gislasons „bisschen zu viele technischen Fehler“ abgestellt werden. Da hat der sonst „sehr stolze“ Jubilator also doch noch einen kleinen Kritikpunkt gefunden. SID

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