ZUM TAGE

Jetzt wird‘s Zeit für die Wende

von Redaktion

Ski-Ass Straßer sucht seine Form

Jetzt also Adelboden. Die nächste Chance für Linus Straßer einen bisher eher verkorksten Winter in der Zielgeraden vor den Olympischen Spielen doch noch in die richtigen Bahnen zu lenken. Dass sein Weg nach dem Materialwechsel womöglich kein leichter sein würde, ahnte der Münchner schon vor dem ersten Rennen. Bisher hat sich diese Befürchtung bewahrheitet. Aus dem Jederzeit-Podestkandidaten des Vorjahres ist ein Suchender geworden.

Das Positive: Straßer hinkt seiner früheren Form nicht so weit hinterher wie beispielsweise Manuel Feller, Daniel Yule oder Ramon Zenhäusern. Er ist auch nach wie vor in der Lage, schnelle Schwünge und starke Durchgänge zu fahren. Aber – das große Aber – nicht mit der nötigen Konstanz. Die Folge: die bisherigen Plätze 15., 8., 17. und 14. Dazu ein Totalausfall in Val d‘Isere, ein Hang, mit dem er bisher noch nie besonders warm geworden ist.

Vor einem Jahr stand der Kitzbühel-Sieger von 2024 allerdings noch schlechter da, sammelte bei drei Rennen in Folge überhaupt keine Punkte. Dann glückte ihm in Madonna die Wende. Diese Chance ließ Straßer am Mittwoch beim Ausfall-Festival an gleicher Stelle liegen – weil er, in Lauerstellung aufs Podest, eine Passage im zweiten Lauf verpatzte.

Das Rennen zeigte auch, wie nah die Slalom-Weltspitze zusammengerückt ist. Mit einem Fehler vorn reinzufahren? Fast unmöglich! Auch weil junge Wilde wie Eduard Hallberg und Oscar Sandvik den Etablierten ordentlich Feuer machen. Das Madonna-Race trieb diese Entwicklung auf die Spitze – mit 1,75 Sekunden Rückstand war man zu langsam für die Top-30. Absurd. Da war es kein Wunder, dass Marcel Hirscher am Freitag verkündete, diesen Winter nicht mehr an den Start zu gehen – er sei einfach zu langsam.

Straßer jedenfalls behält (noch) die Ruhe. Er weiß, dass ihm die nächsten Stationen Adelboden, Wengen, Kitzbühel und Schladming liegen. Aber irgendwann muss der Knopf mit Blick auf seine olympischen Medaillen-Träume eben auch aufgehen. Auch für den DSV wäre das von Vorteil, denn auch Lena Dürr, sein weibliches Pendant, schwächelt derzeit leicht.

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