Start ohne Regisseur

von Redaktion

Kimmich fehlt Bayern im Duell der Gegensätze mit Wolfsburg

Muss umbauen: Coach Kompany. © Lackovic/IMAGO

Gute Laune trotz Verletzung: Kimmich bei den Fans. © Insta

München – Während der Großteil der Bayern-Mannschaft beim öffentlichen Training am Donnerstag das Bad in der Fan-Menge genießen durfte, war Joshua Kimmich zum Zuschauen verdammt. Der Mittelfeldchef des deutschen Rekordmeisters laboriert weiter an seinen Sprunggelenksproblemen und spulte in der vergangenen Woche daher lediglich ein individuelles Programm ab. Den Bundesliga-Restart vor heimischer Kulisse gegen den VfL Wolfsburg am Sonntag (17.30 Uhr, DAZN) wird der 30-Jährige ebenso verpassen wie das darauffolgende Auswärtsspiel beim 1. FC Köln am Mittwoch.

Chefcoach Vincent Kompany möchte kein Risiko bei Kimmich eingehen, bevor sich laut Sportvorstand Max Eberl eine „On-off-Situation“ entwickelt. Bedeutet im Klartext: Der Mittelfeldspieler wird erst dann zurückkehren, wenn er komplett schmerzfrei ist, was bislang noch nicht der Fall war. „Es wird keine ellenlange Geschichte. Aber es kann schon noch ein paar Tage dauern“, erklärte der Sportchef bereits unter der Woche.

Bleibt die Frage: Können die Bayern auch ohne Kimmich? Ja, sie können! Den letzten Bundesliga-Auftritt des abgelaufenen Fußballjahres in Heidenheim (4:0) verpasste der DFB-Kapitän ebenso wie das Heimspiel gegen den SC Freiburg (6:2). Den Platz in der Schaltzentrale neben Aleksandar Pavlovic wird wohl Leon Goretzka einnehmen.

Trotz des bevorstehenden Ausfalls des Führungsspielers herrscht eher beim deutschen Rekordmeister aufgrund der starken Saisonleistungen eitel Sonnenschein – anders als beim Gegner aus Wolfsburg. Denn im Duell der Gegensätze spricht so gut wie alles für den haushohen Favoriten aus München.

„Es ist vielleicht das schwerste, zugleich aber auch das leichteste Spiel der Saison – weil die Favoritenrolle klar verteilt ist“, sagt auch Daniel Bauer. Der Trainer des in den ersten 15 Saisonspielen enttäuschenden Werksclubs ist erst im Advent vom Interims- zum Chefcoach befördert worden und soll die Spielzeit retten, in der ein europäischer Platz das ursprünglich ausgegebene Ziel gewesen ist. In München steht der 43-Jährige, der nebenher beim DFB noch für die Pro-Lizenz pauken muss, vor seinem gerade mal zweiten Spiel als Boss – und trifft auf Vincent Kompany, der sein erstes Jubiläum feiert. Für den Münchner Chef nämlich ist die Partie am Sonntag die 50. in der Bundesliga. Bilanz: 38 Siege, neun Unentschieden, drei Pleiten.

Dass keine dieser Niederlagen gegen Wolfsburg kassiert wurde, ist nur logisch. Denn die Wölfe beißen sich seit mehr als einem Jahrzehnt die Zähne an den Bayern aus: Der letzte VfL-Sieg datiert vom 31. Januar 2015 (4:1), daheim haben die Bayern noch nie ein Bundesliga-Spiel gegen Wolfsburg verloren (26 Siege, zwei Remis). Zuletzt gab es sogar sieben Siege hintereinander gegen das Team, das man schon Lieblingsgegner nennen darf.

Die letzten beiden Jahren kamen die Bayern gut aus den Winterstartlöchern, ein Sieg wäre auch diesmal gut, um den Flow für den knackigen Januar mit insgesamt sieben Spielen beizubehalten. Und im Laufe dieses Mammut-Monats wird dann auch Joshua Kimmich irgendwann wieder mit von der Partie sein. HANNA RAIF, MANUEL BONKE

Artikel 1 von 11