Schlüsselszene: Fischbuch scheitert an Bibeau. © IMAGO
München – Man will das gar nicht glauben, weil der EHC Red Bull München in letzter Zeit ja selbstbewusst und gut gespielt, aber: Dass er zuletzt ein Heimspiel gewann in der Deutschen Eishockey Liga (DEL), das war vor Weihnachten. Danach sprangen aus vier Partien nur zwei Zähler aus dem 3:2-Verlängerungssieg gegen Augsburg heraus, wohingegen es gegen Frankfurt, Mannheim und Berlin Niederlagen setzte. Der Negativserie, die sich fast unbemerkt eingeschlichen hatte, konnte der EHC nun aber ein Ende bereiten: Gegen die Iserlohn Roosters siegte er 6:0 (2:0, 1:0, 3:0). Ein Erfolg, an dem es schon früh keine Zweifel geben konnte.
17 Sekunden vor Schluss des ersten Drittels hätten sich die formstarken Gäste aus Iserlohn noch einmal ins Spiel bringen können. Da verlor EHC-Verteidiger Ryan Murphy die Scheibe an Roosters-Nationalspieler Daniel Fischbuch, aus Murphys Miene sprach, bis auf die Ränge sichtbar, das Entsetzen über den eigenen Lapsus. Doch ein Kollege bügelte den Fehler aus: Tormann Antoine Bibeau stoppte Fischbuch mit einer Glanzparade, und so behielt die 2:0-Führung der Münchner Bestand. Jeremy McKenna hatte in der 3. Minute den Iserlohner Goalie Henrik Hane mit einem Schuss überrascht („Ich kam gerade von der Bank, es war ein feiner Pass“), in der 7. Minute legte Alt-Verteidiger Konrad Abeltshauser mit dem 2:0 nach. „Wir sind da ein bisschen verschlafen rein“, versuchte sich der Iserlohner Lua Niehus an einer Erklärung. Er forderte: „Die Beine mehr bewegen. Dass wir es können, haben wir in den vergangenen Wochen gezeigt.“
Doch der EHC war zu stabil, um die Roosters richtig ins Spiel kommen zu lassen. Im zweiten Drittel kamen die Gäste nur zu drei Schüssen – und sie fingen sich das dritte Gegentor ein. Markus Eisenschmid traf für München im Powerplay. „Iserlohn wird aber nicht aufgeben“, mutmaßte Jeremy McKenna. Damit lag er richtig: Die Roosters, eines der besten Comeback-Teams der DEL, legten sich ins Zeug. Doch McKenna sorgte mit seinem zweiten Treffer (43.) dafür, dass das Unterfangen noch aussichtsloser wurde. Das 5:0 durch Adam Brooks (50.) war die Kür, von McKennas Kelle segelte die Scheibe noch zum 6:0 über die Linie (57.). Dass hinten die Null stand, freute Antoine Bibeau, Für den kanadischen EHC-Torhüter war es der dritte Shutout der Saison. GÜNTER KLEIN