Vorhang auf für große Fußballkunst: Olise traf doppelt und bereitete vor. © Wunderl/Imago
Mit Köpfchen: Luis Diaz traf zum 2:1, ab da waren die Bayern nicht mehr aufzuhalten. © Simon/Imago
Bitter: Wolfsburgs Fischer traf ins eigene Tor. © Imago
Glücklich: Vinccent Kompany. © Imago
Machten mit Wolfsburg, was sie wollten: Diaz und Olise kombinierten sich durch die löchrige Defensive. © Matzke/Sampics
München – Die Fans des FC Bayern hatten am Sonntag schon zeitig angefangen, zu singen, was Sache ist. Als es im ersten Spiel des Fußballjahres 2026 2:1 gegen den VfL Wolfsburg stand, schallte ein „Oh, der Deutsche Meister, oh, Bayern München heißt er“ durch die frostige Allianz Arena – und der Song wurde mit jedem weiteren Bayern-Treffer lauter und lauter. Denn der Rekordmeister machte angeführt von der überragenden Flügelzange Luis Diaz und Michael Olise da weiter, wo er vor Weihnachten aufgehört hatte: mit Toren, Toren, Toren. Am Ende stand es 8:1 (2:1).
„Das schmeckt gut, muss ich sagen“, sagte Kapitän Manuel Neuer, Sportvorstand Max Eberl sprach aus, was offensichtlich ist: „Wir wollen einfach weitermachen. Das ist gerade unsere Mentalität. Zu was es dann reicht, wollen wir sehen.“ Der erste Sieg des Jahres war genauso hoch verdient wie es die nun elf Punkte Vorsprung in der Tabelle sind. Auch wenn die Gäste die Führung durch ein Eigentor von Kilian Fischer (5.) noch durch Dženan Pejčinović (13.) ausgleichen konnten, stand am Ende die höchste Liga-Pleite der Vereinsgeschichte.
Zu stark war die Flügelzange um den überragenden Doppeltorschützen Michael Olise (50./76.) und Luis Diaz (30.), die nicht nur die 75 000 Zuschauer in Ekstase versetzte, sondern die Bayern nach dem fulminanten Start auch noch intensiver von einem absoluten Erfolgsjahr träumen lassen. Auch beim Eigentor durch Moritz Jenz waren sie die Haupt-Protagonisten (53.). Der eingewechselte Raphael Guerreiro (68.), Harry Kane (69.) und Leon Goretzka (88.) setzten noch einen drauf. „Die Jungs haben gesundes Selbstvertrauen“, sagte Eberl: „Wir freuen uns jedes Spiel, dass sie bei uns sind.“
Kalt war in dieser Arena am Sonntag niemand – nur der Rest der Liga zittert. Und auch über den fehlenden Joshua Kimmich musste man nicht nachdenken. Kompany vertraute Tom Bischof und hatte ansonsten seine vermeintlich beste zur Verfügung stehende Elf gebracht – die machte kurzen Prozess. Ein Zuckerpass von Josip Stanisic auf Luis Diaz leitete die Szene ein, die der unglückliche Wolfsburger Fischer nach scharfer Hereingabe mit einem Eigentor beendete (5.). Die Bayern waren in Spiellaune, aber alle, die auf ein schnelles Schützenfest hofften, wurden (noch) durch den Treffer von Pejčinović auf der Gegenseite (13.) ausgebremst. Wolfsburg wollte Bayern die Stirn bieten, aber die Qualität setzte sich doch schnell durch: Flanke Olise, Kopfball Diaz – das 2:1 war verdient (30.).
Auch nach der Pause behielt die Kompany-Elf den Vorwärtsgang, allen voran Diaz und Olise. Olise traf zum 3:1, ein erneuter Angriff über den Franzosen landete vor dem Tor, wo der Klärungsversuch von Jenz vor Diaz misslang. Es kam noch dicker: Guerreiro nach Kane-Vorarbeit und der Engländer persönlich per Traumtor trafen binnen einer Minute zum 5:1 und 6:1. Olise (76.) und Leon Goretzka (88.) setzten den Schlusspunkt. Ohrenbetäubend war es eh schon. H. RAIF, M. BONKE