Der neue Antreiber: Nenad Dimitrijevic. © IMAGO/HAIST
Athen – Es war ja ein bisschen vorhersehbar, dass diese Woche ein wilder Ritt werden würde für Nenad Dimitrijevic. Erst am Sonntag schwebte der neue Regisseur der Basketballer des FC Bayern via Belgrad in München ein. Nach dem ersten Warmlaufen gegen Baskonia Vitoria war der Nordmazedonier in Piräus schon in der Startbesetzung gefragt.
Und: An ihm lag es nicht, dass die Bayern nach zuletzt zwei Siegen in der Euroleague bei Olympiakos Piräus mal wieder eine Niederlage kassierten. 80:95 hieß es am Ende. „Etwas zu hoch“ nach dem Geschmack von Trainer Svetislav Pesic, dessen Team auch ohne Eckpfeiler wie Kapitän Vladimir Lucic (Muskelprobleme) und Stefan Jovic (Ellenbogen) zumindest eine Halbzeit lang ansehnlich mitgehalten hatte.
Und man kann schon erahnen, warum Pesic Dimitrijevic kürzlich von Zenit St. Petersburg los eiste. Der 27-Jährige ließ zumindest aufblitzen, dass er ein dynamischer Antreiber, aber auch ein Vollstrecker sein kann. Die knifflige sportliche Lage der Bayern mit Tabellenplatz 16 schreckt ihn nicht. Im Gegenteil: „Ich will beweisen, dass ich Euroleague spielen kann“, sagte er.
Aber es zeigte sich in Piräus halt auch, dass die Bayern als Mannschaft funktionieren müssen. Individuell sind Teams wie Olympiakos den Münchnern merklich voraus. Vor allem der in der zweiten Halbzeit alles überragende Sasa Vezenkov zeigte nicht nur mit seinen 25 Punkten, warum viele in ihm den potenziellen MVP – den wertvollsten Spieler der Königsklasse sehen.
Immerhin: Nun haben die Bayern mal wieder einige Tage in heimischer Umgebung vor sich. Der gestrige 66:63-Sieg gegen Bonn inklusive, haben die Bayern in sechs Spielen nur einen Auswärtsauftritt vor sich (in Chemnitz). Dimitrijevic wird es nach dieser Woche nur recht sein. RP