Irre Aufholjagd: Franzi Preuß (re.) und Co. laufen aufs Podium. © Heilwagen/Imago
Das Stehendschießen wurde Philipp Nawrath zum Verhängnis. © Fromm/Imago
Oberhof – Es fehlte nicht viel, und Oberhof hätte seine Biathlon-Helden noch mehr gefeiert. Einen Tag nach Rang drei der deutschen Frauen um Franziska Preuß kämpften David Zobel & Co. in der wohl dramatischsten Staffel seit Jahren lange um das Podest, erst auf der Zielgeraden fiel die Mannschaft auf den fünften Platz zurück.
Zobel sieht die Leistung dennoch positiv. Denn der Rückstand des DSV-Quartetts mit Justus Strelow, Lucas Fratzscher, Philipp Nawrath und Zobel betrug nach zehn Nachladern mickrige 5,4 Sekunden auf die siegreichen Norweger (2 Strafrunden+7 Nachlader), die sich in einem hochspannenden Finish vor Frankreich (2+9/+2,6), Schweden (0+12/+3,8) und Italien (1+9/+4,8) durchsetzten.
Stehend sei der Druck „enorm“ gewesen, erklärte Zobel, „der erste Nachlader muss halt rein, dann könnten wir ein Riesenfest feiern“. Und dennoch war der Jubel beim eigenen Anhang nach der ersten Enttäuschung groß – schließlich unterstrichen die Biathleten, die krankheitsbedingt auf Philipp Horn verzichten mussten, die eigene aufsteigende Form.
Auf der Suche nach Kleinigkeiten bleibt man auch beim Stehendschießen von Philipp Nawrath hängen. Schon am Samstag lag der Sprint-Zweite lange auf Siegkurs und fiel nach fünf Strafrunden in den beiden abschließenden Stehendeinlagen bis auf Rang 14 zurück. Auch in der Staffel musste der 31-Jährige in Führung liegend dreimal beim zweiten Schießen nachladen und brachte seinen Schlussläufer somit in eine schwierige Ausgangslage.
Immerhin sorgte die Frauen-Staffel für Partystimmung. Nachdem Selina Grotian, die in Oberhof nach längerer Krankheitspause ihr Comeback gab, dem DSV-Quartett schnell eine Strafrunde eingehandelt hatte, kämpften sich Julia Tannheimer, Janina Hettich-Walz und Preuß noch auf Rang drei vor.
Einen Tag danach bestätigte Preuß ihre Form in der Verfolgung. „Mit der Platzierung bin ich auf alle Fälle zufrieden“, sagte Preuß in der ARD nach ihrem erneuten fünften Platz, haderte aber einmal mehr mit ihren Patzern am Schießstand: „Zwei Fehler sind wieder einer zu viel.“
Und tatsächlich, zum Sprung auf das Treppchen fehlten am Rennsteig rund 16 Sekunden. Den Sieg sicherte sich wie bereits im Sprint die Schwedin Elvira Öberg (1 Strafrunde). Überraschend stark präsentierte sich die viermal fehlerfreie Vanessa Voigt, die sich 19 Plätze verbesserte und am Ende Achte wurde. Verbesserungen schafften auch Tannheimer als Zwölfte und Grotian als 23.. Die als Sechste gestartete Hettich-Walz fiel nach fünf Fehlschüssen auf Rang 17 zurück. Grotian läuft immer noch der Olympia-Norm hinterher. Die 21-Jährige hat nur noch die beiden Einzelrennen in Ruhpolding (ab Mittwoch) Zeit, es einmal unter die Top acht oder zweimal unter die besten 15 zu schaffen. SID