Druck für die Amateure

von Redaktion

Bayern-Bosse kündigen Verbesserungen an – das Team bereitet sich in den USA vor

Training in San Diego: Seitz und seine Amateure.

München – Sonnenschein und Palmen statt Schnee und Minusgrade: Die Bayern-Amateure schwitzen derzeit in der US-Küstenstadt San Diego für die Rückrunde in der Regionalliga Bayern. Am vergangenen Freitag startete die Mannschaft von Trainer Holger Seitz mit der obligatorischen Leistungsdiagnostik in die Rückrunden-Vorbereitung, am Sonntag erfolgte dann der Abflug nach San Diego.

Der Arbeitsauftrag für Seitz und sein Trainerteam ist klar: Endlich das Niemandsland der Tabelle (Platz acht mit 27 Punkten) verlassen und Boden auf Spitzenreiter Nürnberg II (46 Punkte) gutmachen. Die bittere Wahrheit: Aufstiegsgedanken sind angesichts der unbefriedigenden Tabellen-Konstellation bei den Amateuren bereits zur Winterpause utopisch.

Nicht umsonst sagt Sportdirektor Christoph Freund zur Bayern-Reserve: „Wir sind mittendrin in der Regionalliga. Das ist nicht ganz unser Anspruch. Wir haben schwankende Leistungen gezeigt. Wir sind nicht ganz happy, wie wir performen. Da gibt es Dinge zu verbessern.“

Ein Grund für den Absturz? Die Amateure seien laut Freund bewusst verjüngt worden: „Wir spielen mit vielen 17-, 18-jährigen Burschen, die das erste Mal gegen Erwachsene spielen. Sie haben ein bisschen Lehrgeld bezahlt. Auch letzte Saison war nicht ganz so, wie wir uns das vorgestellt haben.“ Zumal die Münchner ordentlich investiert haben: Der Gesamtmarktwert des Bayern-Kaders liegt 9,43 Millionen Euro, Spitzenreiter Nürnberg schafft gerade einmal 4,05 Millionen Euro.

Vorstandschef Jan-Christian Dreesen wählte im Rahmen der Jahreshauptversammlung im November bereits deutlichere Worte: „Das Ziel muss sein, dass wir 3. Liga spielen. Punkt. Es ist nicht so, dass uns das am Allerwertesten vorbeigeht. Ganz im Gegenteil.“ Freund versichert, dass intern „sehr oft“ und „sehr differenzial“ diskutiert werde, was das Beste sei, um vielversprechende Talente an das Profiteam heranzuführen.

Unter Cheftrainer Vincent Kompany gaben Cassiano Kiala (16), Wisdom Mike (17) und der inzwischen als Stammspieler etablierte Lennart Karl (17) ihr Profi-Debüt. Beim 4:0 im letzten Ligaspiel des Jahres in Heidenheim feierte auch David Santos Daiber (18) seine Premiere bei den „Großen“.

Auffällig: Bevor die genannten Spieler ins Training des Starensembles hochgezogen wurden, spielten sie keine einzige Minute für die Amateure. Ihr Aufstieg zu den Profis erfolgte aus der U19 und U17. Fakt ist: Aus der U23 schaffte bisher keiner sein Debüt unter Kompany.

Immerhin gelang Felipe Chavez der Sprung über die Amateure ins Münchner Star-Ensemble: Er sammelte beim 8:1-Kantersieg gegen den VfL Wolfsburg am Sonntag seine ersten Bundesliga-Minuten und kam zuvor achtmal in der Regionalliga zum Einsatz. „Die dritte Liga ist wirklich ein sehr ordentliches Niveau, da spielt man auch schon in großen Stadien vor vielen Leuten. Es macht schon Sinn für die Burschen, dass sie dort Erfahrungen sammeln können.“

Der Sportdirektor kündigt an, dass am Campus immer mehr Qualität entwickelt werde, „sodass wir in den nächsten zwei, drei Jahren eine Mannschaft stellen können, die in der Regionalliga ganz vorne mitspielt und Meister wird“. Das Projekt Amateure-Aufstieg ist in den Augen der Bosse also eher mittel- als kurzfristig angesetzt. M. BONKE, P. KESSLER

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