ZUM TAGE

Guardiola als Kompanys Warnung

von Redaktion

Die Bayern machen alle platt

Eine kleine Warnung vorab: Ende März kann es noch kalt sein – so war es im Jahr 2014 nämlich auch. An Bierduschen galt es im Berliner Olympiastadion nicht zu denken, vielmehr wurde die legendäre Pappschale von Feierbiest Dante mit Handschuhen in die Höhe gestemmt. Ja, es ging schon kurios zu, als der FC Bayern vor inzwischen knapp zwölf Jahren die bis dato früheste Meisterschaft der Bundesliga-Geschichte feierte. Und man muss kein Prophet sein, um die These aufzustellen, dass das in der laufenden Spielzeit ähnlich sein wird.

Damals, bei der Oster-Meisterschaft, war Pep Guardiola und seinem Team das Kunststück am 27. Spieltag gelungen. Und heuer läuft es tatsächlich noch besser. Aktuell nämlich steht man nach 16 Spieltagen und dem fulminanten 8:1 zum Start in das Fußballjahr 2026 gegen den VfL Wolfsburg mit mehr Vorsprung da als zum selben Zeitpunkt der Rekord-Saison. Elf Zähler sind es vor dem letzten Spieltag der Hinrunde auf Borussia Dortmund, Tendenz stetig steigend. Ein paar weitere Patzer der Konkurrenz – und die Dinge werden ihren Lauf noch schneller nehmen.

Der Fußballrepublik macht das freilich keinen Spaß, den Bayern aber schon. Und zwar so sehr, dass man in der Chefetage – Stand jetzt – nicht mal Angst haben muss vor dem Moment, an dem die 34. Deutsche Meisterschaft in trockenen Tüchern sein wird. Liga-Dominator Guardiola scheiterte seinerzeit daran, die Spannung hochzuhalten, 2014 war „nur“ ein Double-Jahr. Das Team von Vincent Kompany hingegen kann man sich kaum im Schongang vorstellen. Das „Weiter immer weiter“ gilt für diese Elf wie für lange keine mehr im roten Trikot. Jeder will, jeder brennt, und die der Liga längst entwachsene Offensive kann es mit jedem Team in Europa aufnehmen.

Den Beweis dafür haben die Spieler am Sonntagabend auf dem Rasen erbracht – und Kompany daneben. Denn anstatt in die Jubelstürme einzustimmen, reflektierte der junge Coach auf seine Art. Michael Olise und Luis Diaz wie einst Arjen Robben und Franck Ribery? „Zu früh.“ Langeweile in der Liga? „Niemandem den Erfolg gegen uns gönnen.“ Mit dieser Einstellung können die Bayern zu einer Mannschaft wachsen, für die die Meisterschaft nur eine Zwischenstation ist. Höchstwahrscheinlich so rund um den 21. März. Wie passend, dass der Gegner dann wieder Berlin heißt. Nicht Hertha, sondern Union.

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