Im Rausche der Weltmeisterschaft 2023 brachte Moritz Wagner vier Worte in Umlauf, die längst zum Slogan geworden sind. „German basketball is mad sexy“ – also: Deutscher Basketball ist verdammt attraktiv. Der goldene Erfolg von Manila vor drei Jahren, der Triumph über die Türkei bei der Europameisterschaft im vergangenen Jahr. Und da ist nicht nur der Erfolg, sondern vor allem die Art und Weise, wie er zustande gekommen ist. Klar, es gibt überragende Schlüsselspieler wie Kapitän Dennis Schröder oder Franz Wagner, aber die Basketball-Nationalmannschaft überzeugt vor allem als Team. Das nicht zusammenbricht, wenn es Rückschläge gibt. Sondern immer Wege findet, noch stärker zurückzukommen.
Eine goldene Generation, die für einen Boom sorgt. Über 288 000 Mitglieder verzeichnet der Deutsche Basketball Bund. Im sogenannten Minibereich, also bei den Kindern unter zwölf Jahren, gab es einen Zuwachs von zehn Prozent. Der DBB hat sich vorgenommen, dass bis 2032 an den über 15 000 Grundschulen in Deutschland Basketball angeboten wird. Auf der Suche nach den nächsten Schröders und Wagners. An den US-Colleges tümmeln sich zahlreiche, vielversprechende deutsche Talente, die U19-Nationalmannschaft gewann bei der Weltmeisterschaft 2025 die Silbermedaille.
Natürlich registriert auch die NBA, die beste Basketball-Liga der Welt, die Entwicklung hierzulande ganz genau. Ähnlich wie bei der National Football League, sollen die Internationalisierungspläne vorangetrieben und neue Märkte erschlossen werden. Deutschland zählt da zu den wichtigsten Adressen, die Orlando Magic reisen mit den Aushängeschildern Moritz und Franz Wagner sowie Tristan da Silva nach Berlin. Für ein offizielles NBA-Berlin, und eine ganze Menge Marketing.
Doch die NBA beschränkt sich nicht auf Spiele in Berlin, Paris oder London – eine neue Liga soll her. Der europäische Basketball hat leidenschaftliche Fans, auf dem Feld wird noch verteidigt, es geht nicht nur um Dunks und Glamour. Ein reines Kommerzprodukt, getragen von milliardenschweren Investoren, würde wohl keinen dauerhaften Anklang finden. Im Vordergrund muss der Sport stehen.