Duell mit dem Anti-Kompany

von Redaktion

FCB-Trainer trifft auf Köln und Coach Kwasniok – fällt der Hinrunden-Rekord von Pep?

Freunde und alte Weggefährten: Kompany und Pep Guardiola, sein Ex-Trainer bei Manchester. © Chesterton/Imago

Wollen heute beide gewinnen: Kölns Cheftrainer Lukas Kwasniok und Bayern-Chefcoach Vincent Kompany. © Imago

München – Ein bisschen ungewohnt klingt es immer noch: Mit dem Auswärtsspiel beim 1. FC Köln am heutigen Mittwoch (20.30 Uhr, Sky und RTL) endet erst Mitte Januar die Hinrunde – und der FC Bayern ist dann auch ganz offiziell Herbstmeister, wobei man durchaus über eine Änderung dieses Namens nachdenken könnte.

Vincent Kompany ist das naturgemäß egal, der Trainer richtet seinen Blick traditionell allein aufs Sportliche – und steht dabei gegen die Kölner, ob gewollt oder nicht, gleich zweimal im Fokus. Denn die Partie gegen den Aufsteiger ist nicht nur ein Duell der spielerischen Gegensätze, sondern auch eines an der Seitenlinie.

Schließlich wird Vincent Kompany gerade von allen Verantwortlichen, Spielern und Fans des Rekordmeisters gefeiert, bei Köln-Trainer Lukas Kwasniok ist die Stimmung dagegen das genaue Gegenteil: Nach sieben sieglosen Spielen bekundeten die Ultas zuletzt ihre Ablehnung mit einem Banner mit der Aufschrift „KWASNI YOK“ (das türkische Wort „Yok“ heißt übersetzt „Nein“). Der Grund für den Frust ist einerseits der Umgang Kwasnioks mit seinen Spielern. Immer wieder rotiert der Trainer scheinbar planlos und setzt erfahrene Profis wie Luca Waldschmidt trotz der sportlichen Krise auf die Bank.

Andererseits gibt er Said El Mala, dem absoluten Shootingstar der Kölner in dieser Saison, kaum Spielzeit und bringt das Talent meist nur von der Bank. Vincent Kompany bekam dagegen in den letzten Wochen immer wieder Lob dafür, Senkrechtstarter Lennart Karl das Vertrauen von Anfang an geschenkt zu haben und ihm wichtige Spielzeit für seine Entwicklung zu ermöglichen. Außerdem soll Kwasniok in einem Fan-Forum übergriffiges Verhalten vorgeworfen werden.

Auf der Pressekonferenz am Dienstag wollte sich Kompany nur vorsichtig zur Situation in Köln äußern: „Alles kann ein Vorteil oder ein Nachteil sein, das weiß man nie“, so der Trainer über den strauchelnden Gegner. „Wenn wir in ein Stadion kommen, habe ich immer das Gefühl, dass meine Jungs Tore machen wollen. Auch in schwierigen Auswärtsspielen wie morgen.“ Sollte der FCB gewinnen, hätte Kompany auch das zweite „Duell“ für sich entschieden – nämlich das mit seinem ehemaligen Lehrmeister Pep Guardiola! 2013/14 hat der spanische Erfolgstrainer nämlich den bisherigen Rekord für die beste Hinrunde aufgestellt (47 Punkte und eine Tordifferenz von 35). Bei einem heutigen Sieg würden die Münchner nun ebenfalls 47 Punkte erreichen – aber mit einer deutlich besseren Tordifferenz (aktuell bereits 51).

Doch Kompany wäre nicht Kompany, wenn er nicht auch hier lieber den Fokus auf seine Profis legt: „Ich möchte mich nicht mit Pep vergleichen, weil das unmöglich ist, diesen Vergleich kann man nicht gewinnen“, sagte der Coach. „Und ich verstehe das vielleicht besser, weil ich selbst Spieler war und Abstiege erlebt habe und Meisterschaften – wie eine Achterbahn war das. Aus dieser Erfahrung weiß ich, es wird an den Spielern liegen. Es sind also nicht meine Punkte, sondern die Punkte der Spieler. Daher ist mir so eine Chance völlig egal.“ V. TSCHIRPKE, M. BONKE

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