Perez senkt den Daumen

von Redaktion

Real-Boss rasiert Alonso nach nur 232 Tagen und hofft auf Arbeloa

Teamkollege, Freund und Nachfolger: Álvaro Arbeloa. © Imago

Xabi Alonso und Florentino Perez am Sonntag nach der Pleite gegen Barca – wer den Rückhalt des Real-Präsidenten verliert, hat schlechte Karten. © Breton/Imago

Madrid – Jürgen Klopp wollte nach dem Aus von Xabi Alonso (44) bei Real Madrid erst gar keine Spekulationen aufkommen lassen. „Das hat natürlich mit mir gar nichts zu tun, und es hat in mir auch nichts ausgelöst“, sagte der Erfolgscoach bei ServusTV nach dem Trainer-Beben beim spanischen Fußball-Rekordmeister.

Das Comeback des Jahres wird es demnach nicht geben, auch wenn Klopp laut Transfer-Experte Fabrizio Romano im Management des Clubs einige Fans hat. Er fühle sich in seiner aktuellen Rolle als „Global Head of Soccer“ bei Red Bull „am richtigen Ort“, so der 58-Jährige, der vor anderthalb Jahren nach seiner langen Zeit in Liverpool aus dem Trainergeschäft ausgestiegen war.

So hofft der allmächtige Real-Präsident Florentino Pérez (78) nach der Trennung des früheren Leverkusener Meistertrainers nun auf den Zidane-Effekt. Ähnlich wie einst bei der Beförderung des französischen Superstars 2016 soll Álvaro Arbeloa (42) als bisheriger Coach der zweiten Mannschaft Real wieder zu neuen Erfolgen führen und die in letzter Zeit sich häufenden Demütigungen von Erzrivale FC Barcelona abstellen.

Die nur kurze Ära von Alonso war am Montag nach nur 232 Tagen zu Ende gegangen – einen Tag nach dem 2:3 im spanischen Supercup-Finale gegen Barça. Schon im Dezember stand der frühere Weltklasse-Spieler vor dem Aus, ehe sich das Team um Superstar Kylian Mbappé und Co. etwas stabilisierte, aber keineswegs glänzte.

„Dieses Kapitel meiner Karriere ist nun zu Ende, und es ist nicht so verlaufen, wie wir es uns gewünscht hätten. Trainer von Real Madrid zu sein, war mir Ehre und Verantwortung zugleich“, schrieb Alonso auf Instagram. Er gehe „mit Respekt, Dankbarkeit und dem Stolz, mein Bestes gegeben zu haben“, so der Coach. Kylian Mbappe schrieb zum Abschied: „Es war zwar nur eine kurze Zeit, aber es war mir eine Freude, für dich zu spielen und von dir zu lernen.“

Nun also Arbeloa. Der frühere Club-Profi – immerhin Welt- und Europameister mit Spanien – habe seit 2020 bei Real als Jugend- und B-Team-Trainer mit insgesamt 151 Siegen in 200 Begegnungen „geglänzt“, schrieb das Fachblatt „AS“. Er sei ein „moderner“ Coach. Enorm ist also offenbar der Vertrauensvorschuss, enorm ist aber auch der Druck. Der frühere Rechtsverteidiger hat als Coach zwar keine Erfahrung im Elite-Fußball, gilt aber als Mann mit Charakter und einer engen Beziehung zu Club-Boss Pérez.

Innerhalb des Klubs wird Arbeloa für seine moderne Herangehensweise geschätzt, etwa für den Einsatz von Drohnen für Trainingsaufnahmen und seine aktive Einflussnahme während der Spiele, mit der er das B-Team auf Platz vier der dritten Liga führte. Zudem wird seine enge Verbindung zu mehreren Profis des Teams und seine Erfahrung als ehemaliger Spieler hervorgehoben, die ihm – wie es in Madrid heißt – Glaubwürdigkeit und Autorität im Kader verschaffen.

Er könne mit dem vorhandenen Spielermaterial ähnliche Erfolge wie Zidane erringen, heißt es in Madrid – auch wenn er als Coach und charakterlich eher mit dem früheren portugiesischen Clubtrainer José Mourinho verglichen wird. Der „Special One“ galt als Motivationskünstler, war aber auch ein umstrittener Provokateur. Ein ganz anderer Typ Trainer und Mensch also als der eher ruhige Alonso.

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