Auf ihn kommt es an: Julian Köster. © Perenyi/Imago
Spaß muss sein: Grgic interviewt Golla. © Wolf/Imago
Herning – 18 Spieler umfasst der deutsche EM-Kader. 16 davon darf Bundestrainer Alfred Gislason (66) für jedes Spiel neu auswählen. Was Sie zu den DHB-Stars wissen müssen.
Andreas Wolff (34): Torhüter und einer von drei übrigen EM-Helden von 2016. Extrem ehrgeizig, würde manchmal den Ball gerne zerreißen. Hält in der Liga bisher knapp 30 Prozent der Siebenmeter.
David Späth (23): Die Zukunft im Tor – und schon jetzt eine Granate. Keiner schreit schöner und ausdauernder. Gut befreundet mit Juri Knorr. Spitzname: Crabby.
Julian Köster (25): Der wichtigste Mann. Gislason holte ihn schon als Zweitligaspieler. Köster ist Spielmacher und Abwehrchef. Alternativ im linken Rückraum.
Juri Knorr (25): Papa Thomas war Profi und spielte unter anderem für Flensburg (dort kam Juri zur Welt). Sein Sohn galt als designierter DHB-Anführer. Aktuell ist er eher die Spielmacher-Waffe von der Bank.
Renars Uscins (23): Zerlegte Frankreich im Olympia-Viertelfinale mit 14 Toren im Alleingang. Danach zehrte der Druck an ihm. Nach einer Auszeit bei der Familie in Lettland scheint er wiedererstarkt. Nummer eins im rechten Rückraum.
Johannes Golla (28): Kapitän. Vorbild. Urgewalt. Golla hat am Kreis die Nase vorn. Beim taktischen Mittel mit vier Rückraumspielern lässt sich der 28-Jährige zurückfallen, denn bis zur A-Jugend hat er dort gespielt. Spitzname: Kampfsau.
Nils Lichtlein (23): Der gebürtige Regensburger glänzt auf der Mitte oder halbrechts. Onkel Carsten hütete das deutsche Tor. Sein Vater kickte einst in der Jugend des FC Bayern. Blöd: Lichtlein verletzte sich kurzfristig am linken Vorfuß.
Jannik Kohlbacher (30): War beim EM-Sieg 2016 dabei. Soll Golla vorn wie hinten entlasten. Wuchs auf einem Bauernhof auf. Sein Opa fuhr ihn regelmäßig 65 km zum Training.
Justus Fischer (22): Mit Späth, Uscins, Langhoff und Lichtlein U21-Weltmeister. Vergangene Saison spielte „Fischi“ bärenstark. Dieses Jahr etwas schwächer – wie viele bei seinem Club Hannover. Tendenziell die dritte Wahl am Kreis.
Lukas Mertens (29): Spitzname: „Speedy“! Flitzt links außen die Linie rauf und runter. Der einzige deutsche Vertreter des aktuellen deutschen Über-Teams Magdeburg. Weiß vom SCM, wie man Titel gewinnt.
Tom Kiesler (24): Abwehrbiest – und genau das ist seine Rolle. Im Angriff wird der Gummersbacher nicht zum Einsatz kommen, aber hinten ist er Teil des Bollwerks.
Matthes Langhoff (23): Noch ein kleiner Geheimtipp. Den Berliner haben noch nicht alle auf dem Schirm, dabei ist er überaus flexibel und versprüht Torgefahr und Abwehraggressivität zugleich.
Rune Dahmke (32): Der Linksaußen spielt für Kiel, genau wie früher Papa Frank (62). Seine Frau Stine (34) war Welthandballerin und gewann mit Norwegen fünf EM-Titel. Dahmke war 2016 Teil der „Bad Boys“. In den Tests als Einziger ohne Einsatz – weil die Wade zwickte. Spitzname: Otter.
Miro Schluroff (25): Optische Ähnlichkeit mit Köster und DHB-Spaßvogel. Immer laut, immer lustig. Kann und soll im linken Rückraum wichtige Akzente setzen. Der Österreich-Auftakt ist für ihn speziell, Schluroff wurde in Bregenz geboren.
Lukas Zerbe (29): Erste Wahl auf Rechtsaußen und einer der Siebenmeterwerfer. Sein Onkel Volker Zerbe ist eine deutsche Legende und Mitglied in der europäischen Hall of Fame.
Marko Grgic (22): Sein Vater Danijel ist ehemaliger kroatischer Nationalspieler. Grgic spielt für den DHB – und wie! Mit nur 22 Jahren noch sehr jung und trotzdem schon mit Anführer-Ambitionen. Kann auch Siebenmeter.
Mathis Häseler (23): Turnierdebütant aus Gummersbach. Keiner fliegt schöner als der Flummi auf Rechtsaußen. Erhielt den Vorzug vor Timo Kastening und ist eine echte Alternative zu Zerbe.
Franz Semper (28): Wurfgewaltiger Linkshänder, aber leider auch verletzungsanfällig. Sein Club (Leipzig) spielte eine Katastrophen-Saison, Semper schaffte es trotzdem in den Kader. Kommt, wenn Uscins Pause braucht.MATHIAS MÜLLER