Bayern behält den Durchblick

von Redaktion

Gnabry, Kim und Karl sorgen für 3:1 im Köln-Nebel – und Fabel-Hinrunde

Hatte viel zu tun: Kompany in Köln. © Schultheiß/IMAGO

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts: Die Partie war knapp zehn Minuten unterbrochen. © Hübner/IMAGO

Ein Traum von einem Treffer: Gnabrys Ausgleich war einer der Marke „Tor des Monats“. Zur Halbzeit stand es dank ihm 1:1. Später legten die Bayern nach. © Schultheiß/IMAGO

Köln – Die ersten Bilder am Mittwochabend aus Köln waren kurios. Keine zwei Minuten waren vergangen, da hatte Said El Mala eine hervorragende Gelegenheit für die Gastgeber – und dann war die Partie erstmal vorbei. Neun Minuten und 45 Minuten mussten die 22 Mann auf dem Platz warten, ehe der Rauch nach der Feuershow in der Kölner Kurve verzogen war. Auch danach war es kein leichter Abend – aber die Bayern behielten in der Kölner Suppe den Durchblick: Zum Abschluss der besten Hinrunde ihrer Geschichte gab es ein 3:1 (1:1).

Linton Mania (41.) hatte die lange starken Gastgeber in Führung gebracht, Serge Gnabry (45.+5) noch vor dem Halbzeitpfiff per Traumtreffer ausgeglichen. Minjae Kim (71.) und Lennart Karl (84.) sorgten schließlich für den 15. Sieg im 17. Liga-Spiel. Elf Punkte Vorsprung hat der „Herbst“-Meister zur Liga-Halbzeit – die Meisterschaft ist Formsache. Auch weil das Team von Vincent Kompany Kampfspiele wie diese inzwischen gewinnt.

„Wir sind vorbereitet auf das, was heute kommt“, hatte Kompany vor dem Start gesagt und prognostiziert: „Köln schießt immer Tore.“ Das sollten in der im Vergleich zum 8:1 gegen Wolfsburg umformierten Abwehrreihe innen Kim und links außen Hiroki Ito verhindern. Vor ihnen startete Leon Goretzka für Tom Bischof, offensiv durfte Gnabry für Lennart Karl ran.

Ehe sich ein Spiel entwickeln konnte, dauerte es nach der frühen El-Mala-Chance. Und als sich eins entwickelte, waren die Bayern zwar am Drücker, Köln aber nie ungefährlich. Gnabry (20./34.), Ito (21.), Michael Olise (34.) und der zuvor lange am Knöchel behandelte Harry Kane (39.) hatten Chancen, beinahe wäre der Ball nach einem Rückpass-Patzer von Köln-Keeper Marvin Schwäbe im Tor gelandet (36.). Aber die in Umschaltmomenten wachen Gastgeber warnten durch Ache (38.) – und machten ausgerechnet in jener Phase ernst, in der die Bayern erstmals wirklich das Ruder übernommen hatten.

Ein Gnabry-Ballverlust leitete die Szene ein, in der Linton Mania über 70 Meter mit Ball in den Sprint gehen und trotz bester Anspielstationen selbst wuchtig abschloss. Tah konnte nichts mehr verhindern, und auch Manuel Neuer sah beim strammen Schuss aus rund 16 Metern nicht ganz glücklich aus. Die Köpfe hingen jedoch nicht lange – die Bayern machten, was alle erwarteten: noch vor der Pause ausgleichen. Ein langer Ball erreichte den freistehenden Olise, der Gnabry bediente. Aus spitzem Winkel netzte der Nationalspieler in Weltklasse-Manier zum Ausgleich ein (45.+5). Marke „Tor des Monats“, mindestens.

Trotzdem galt es nachzulegen – was nicht leicht war. Denn Köln blieb dran. Kaminski verlor ein Laufduell mit Kim (56.) und prüfte Neuer (58.). Die Bayern entwickelten immer mehr Zug nach vorne, weil Köln aber dagegen hielt, fiel der Treffer bezeichnenderweise nach einer Ecke. Super-Kombination über fünf Stationen, Kim war zur Stelle. Den Schlusspunkt setzte der eingewechselte Karl. Der Nebel war verzogen – und Zweifel an den Bayern auch.H. RAIF, V. TSCHIRPKE, M. BONKE

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