Immerhin ein Lichtblick: Torschütze und Debütant Amaimouni-Echghouyab. © Schultheiß/IMAGO
Stuttgart – Drei Gegentreffer beim VfB Stuttgart, 36 insgesamt in der Hinrunde, dazu ein Torwart als Risikofaktor – geht es nach Markus Krösche, dann hat er es bei Eintracht Frankfurt mit einer Reihe von Pennälern zu tun. Die Mannschaft beherrsche in der Defensivarbeit nicht mal die „Dinge, die zum ABC gehören“, schimpfte der Sportvorstand nach dem 2:3 (1:2) in Schwaben.
Krösches deutliches Urteil über die zahlreichen Mängel des Champions-League-Teilnehmers: „Das ist defensiv einfach nicht gut genug.“ Nicht gut genug für die Spitzengruppe der Liga, aktuell nicht einmal für den Mindestanspruch Europapokal. Die durch eigene Fehler verschuldete Pleite? Ein Spiegelbild der Hinrunde, das sah auch Krösche so.
Tabellenplatz sieben, sollte er es denn bleiben und die Konkurrenz nicht noch vorbeiziehen, wäre zum Hinrundenabschluss für die Eintracht höchst schmeichelhaft. Immerhin kassierte nur Schlusslicht 1. FC Heidenheim mehr Tore (38). Das Polster auf die Verfolger im Kampf um Europa ist längst geschmolzen, die Mannschaft von Trainer Dino Toppmöller droht stattdessen, den Anschluss nach oben zu verlieren.
Und auch Torwart Kaua Santos lieferte neuen Diskussionsstoff. Beim Jahresauftakt gegen Borussia Dortmund (3:3) hatte der Brasilianer wieder den Posten als Nummer eins von Michael Zetterer übernommen, in Stuttgart patzte er folgenschwer. Eine Flanke ließ der weit heraus gestürmte Keeper fallen, Ermedin Demirovic (27.) bedankte sich mit dem Ausgleich. Zuvor hatte Rasmus Kristensen (5.) Frankfurt in Führung geköpft. Die gerade erst vermeintlich geklärte Torwartdebatte entflammt schon wieder. „Muss ich da noch was zu sagen?“, fragte ein genervter Toppmöller am Sky-Mikrofon rhetorisch. „Er entscheidet sich, den Ball zu fangen, cleverer wäre es gewesen, dass er ihn wegfaustet.“
Santos sei aber „super wiedergekommen in der zweiten Halbzeit“, betonte Krösche und nahm ihn in Schutz: „Es ist natürlich ärgerlich, aber wir wollen einen offensiven Torwart haben. Da kann das schonmal passieren.“ Im zweiten Abschnitt hielt Santos seine Mannschaft mit einigen Paraden im Spiel, ein erneuter Wechsel zwischen den Pfosten scheint erstmal unwahrscheinlich.
Als wären die Sorgen nicht groß genug, bereitet die nächste Verletzung im Sturm weitere Bauchschmerzen. Ausgerechnet Neuzugang Younes Ebnoutalib musste früh nach einem harten Zweikampf mit Stuttgarts Jeff Chabot runter, offenbar mit einer Knieverletzung. Immerhin verzeichnete die Eintracht kleine Lichtblicke an einem bitteren Abend. Arnaud Kalimuendo und vor allem Debütant Ayoube Amaimouni-Echghouyab spielten stark, letzterer machte nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung mit seinem Treffer zum zwischenzeitlichen Ausgleich (80.) nachhaltig auf sich aufmerksam. Dennoch muss in Bremen vieles besser werden, am Freitag (20.30 Uhr/Sky) sollte die Eintracht bei Werder unbedingt ein anderes Gesicht zeigen – und dafür das „ABC des Verteidigens“ büffeln.SID