Aus der Spur geraten: Lena Dürr. © IMAGO/Steiner
Flachau – Abstand gewinnen, ihre Formkrise und den Olympia-Druck vergessen – das war für Lena Dürr leichter gesagt als getan. Nur rund 16 Stunden nach der nächsten bitteren Enttäuschung beim Nachtslalom von Flachau wurde die 34-Jährige wieder mit dem übergroßen Thema Winterspiele konfrontiert: Bei der Einkleidung der Athletinnen und Athleten in der Münchner „World of Fashion“.
Zeit, ihr Aus in Österreich zu verarbeiten, blieb da kaum. „Es hat gar nichts zusammengepasst“, klagte Dürr über die zweite Nullrunde in ihrer Spezialdisziplin in Folge. In keinem der vier Rennen seit ihrem zweiten Platz von Copper Mountain Ende November ist sie in die Top 10 gekommen. „Nicht cool“ und „ernüchternd“, nannte sie die Fortsetzung ihrer Unglücksserie.
Glaubt man Andreas Puelacher, gibt es dafür mehrere Gründe – und alle hängen zusammen. Zum einen das Skifahrerische. „Sie hat nicht mehr diese saubere Position“, sagte der Cheftrainer, „und dann will sie natürlich unbedingt.“ Das führe zu Verkrampfung.. Dazu komme ein anderer, ganz entscheidender Faktor: die interne Konkurrenz durch Emma Aicher, die in diesem Winter schon zweimal Slalom-Dritte war. Dürr habe „jahrelang den deutschen Damensport hochgehalten“, sagte Puelacher, jetzt aber mache ihr Aicher die Führungsrolle streitig.
Die WM-Dritte von 2023 will sich zunächst mit dem Riesenslalom am Dienstag am Kronplatz ablenken. In ihrer Zweitdisziplin hat sie große Schritte gemacht, war in dieser Saison dreimal in den Top 10.. „Das ist keine Flucht“, sagte sie, der Riesenslalom „tut mir ganz gut“.
Vier Tage später steht in Spindlermühle der nächste an, am 25. Januar steigt dort die Olympia-Generalprobe im Slalom. An jenem Ort, an dem Dürr 2023 ihren einzigen Weltcup-Sieg in ihrer Spezialdisziplin gefeiert hatte. Vielleicht hilft die Erinnerung.SID