Neuanfang 50 Tage danach: Max Verstappen bei seinem Sieg in Abu Dhabi. © IMAGO/Andre
Detroit – Max Verstappens Formel-1-Reise ins Ungewisse beginnt für seine deutschen Fans zu nachtschlafender Zeit. Als Erstes der in diesem Jahr elf Teams im Starterfeld wird sich Red Bull zusammen mit dem Schwester-Rennstall Racing Bulls präsentieren. Ort des Geschehens: Detroit in den USA.
In Brasilien, der Heimat von Freundin Kelly Piquet, schnaufte Verstappen mit seiner Familie vor der anstehenden langen Saison ein bisschen durch. Anlauf nehmen für den großen Wandel. Denn so wie in der gesamten Formel 1 in diesem Jahr, ist auch beim einstigen Branchenführer vieles neu und einiges anders. Künftig wird Verstappen auch nicht mehr mit seiner alten Nummer 33 antreten („Sie bedeutete für mich doppeltes Glück“), die er bis zu seinem ersten Titelgewinn trug. Nun trägt er die 3.
Aber warum Detroit? Der einfache Grund: Red Bull und die Racing Bulls bekommen hauseigene Motoren mit Know-how von Ford, das nach 20 Jahren in die Königsklasse zurückkehrt. Die Zeit der Antriebe mit Honda-Technik ist vorbei. Wie viel neuer Wagen aber nun schon drinsteckt, wenn die Lackierung in der US-Autometropole gezeigt wird, bleibt offen. Alle Teams stehen unter enormem Zeitdruck. Kleiner und leichter werden die Boliden sein, ausgestattet mit deutlich mehr Elektro-Power.
Gerade mal 50 Tage nach dem Finale der vergangenen Saison, stehen die ersten Testfahrten auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya vom 26. Januar an auf dem Programm. Diese finden noch hinter verschlossenen Türen statt. Danach gibt es zwei öffentliche Testphasen im Februar in Bahrain. Am 8. März steht der Saisonauftakt in Melbourne an.
Die Hoffnungen liegen auf den Fähigkeiten und der Akribie des Champions Verstappen – auch ohne dessen Mentor Helmut Marko. Der abgetretene Österreicher dürfte mit ein bisschen Genugtuung sehen, wie neben Verstappen in Detroit der 21 Jahre alte Franzose Isack Hadjar im Red-Bull-Overall auftreten wird.
Denn auch er stammt – wie einst Verstappen – aus der Kaderschmiede, für die Marko auch verantwortlich war. Und auch ihn dürfte aus Verbundenheit beruhigen, dass Verstappen seinen Renningenieur Gianpiero Lambiase wohl behalten wird, nachdem viel um dessen Zukunft spekuliert worden war. Es ist also vieles, aber nicht alles neu für den viermaligen Weltmeister in der Reform-Saison 2026.DPA